HosenHerbst – das erste Treffen

Nachdem wir uns schon vielfach über das Nähen von Röcken, Kleidern oder Kostümen ausgetauscht haben, lag in der letzten Zeit das Thema Hosen irgendwie in der Luft. Auf Twitter haben sich einige Nähnerds darüber ausgetauscht, dass sie eine Hose planen. Meike hat die Initiative ergriffen und einen Sew Along ins Leben gerufen, der etwas anders aufgebaut ist als die üblichen Sew Alongs. Damit das Teilnehmen nicht zu Stress ausartet und jede Teilnehmerin in ihrem eigenen Tempo nähen kann, werden nicht zu bestimmten Terminen die Fortschritte entlang eines Nähplans gezeigt. Stattdessen gibt es Monatsthemen, zu denen man sich trifft und austauscht. Bis Weihnachten soll im Idealfall jede eine gut passende Hose in den Händen halten, als Ergebnis der gegenseitigen Unterstützung und Beratung. Ich finde dieses Konzept Klasse und da auch bei mir schon seit längerem Hosen durch den Kopf gaukeln, mache ich einfach mal mit – beim HosenHerbst2014.

Logo HosenHerbst14

Beim Monatsthema August geht es um Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte.

Was für eine Hose möchte ich nähen?

Im Moment schweben mir zwei Hosentypen vor. Ich hätte gern eine richtig klassische Marlenehose, mit hohem Bund und weitem Bein. Die Stoff- und Schnittwahl sollte dabei so sein, dass ich die Hose gut ins Büro anziehen kann. Außerdem würde ich gern den Hosentyp nähen, den ich am meisten trage und der auch am besten zu mir passt: eine Hüfthose mit leichtem Schlag. Es wäre schön, wenn ich bis Weihnachten zwei Grundschnitte für diese beiden Hosentypen hätte. Ich plane allerdings keine eigene Konstruktion, sondern das Abwandeln und Anpassen vorhandener Schnitte. Eine weitere Variante wäre, den Schnitt von gut passenden, gekauften Hosen abzunehmen. Vermutlich wird es eine Kombination aus beidem.

Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen?

Eigentlich bin ich kein Freund von Hosen mit sehr hohem Bund. Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, finde ich es eher unangenehm, wenn der Hosenbund am Rippenbogen (überspitzt gesagt) endet. Was für mich auch modisch gar nicht geht, sind Karottenhosen. Uah!

Was sind meine Ansprüche an eine Hose? Welcher Hosentyp passt zu meinem Körper und zu meinem Leben?

Da ich sehr viel Fahrrad fahre, muss meine Hose vor allem robust sein. Das Hosenbein sollte nicht zu weit sein, was jetzt in beiden Fällen den oben genannten gewünschten Grundformen etwas widerspricht. Aber neben der Alltagshose, die Spielplatz und Radfahren überlebt, brauche ich aber auch etwas Schickeres für Tagungen und offizielle Termine.

Aus welchem Material möchte ich meine Hose nähen? Welche Materialien eigenen sich für welchen Hosenschnitt? Welche Schnittmuster habe ich bereits ausgesucht? Was für ein Schnittmuster suche ich noch?

Ich habe schon zwei Stoffe hier liegen, die sich gut für eine Hose eignen würden. Der erste ist ein Wollstoff, den ich vor einem Jahr auf dem Stoffmarkt in Leverkusen gekauft hatte. Ich hatte ursprünglich damit ein Kostüm geplant und 3m gekauft. Reicht auf jeden Fall locker für die ersten Gehversuche mit einem Hosenschnitt.wollstoffDen zweiten Stoff habe ich letzte Woche zufällig aus einer Reihe reduzierter Stoffballen gezogen. Da bei Stoffmüller in Köln gerade mit großen Rabatten Platz geschaffen wird für die Herbststoffe, konnte ich diesen wunderbaren Leinen zu einem Schnäppchenpreis ergattern. Er war gut versteckt – aber als ich ihn entdeckt hatte, konnte ich nicht anders: Ich habe den kompletten Restballen mitgenommen. Eine gute Entscheidung, wie ich finde, denn so toll gefärbten Stoff findet man nur selten – Achtung! Anschnallen:leinen_hoseFür die Schnittmuster habe ich erst einmal meine Burdas durchgewühlt. Es ist nicht schlecht, ein paar Jahrgänge zu haben, denn so hat man direkt einen gewissen Pool, aus dem man schöpfen kann. Allerdings lassen sich die Schnittmuster für Hosen in der Regel auf zwei Grundformen herunter brechen: ganz eng und ganz weit, beides meist mit sehr hohem Bund. Als Zwischenform habe ich auch eine Art Grundschnitt für eine klassische Stoffhose gefunden. Der Schnitt 105B aus Burda 11/2008 kommt sogar mit Bildernähkurs daher. Gar nicht so schlecht für Anfänger.hose_klassischZur ganz weiten Form bringt Burda auch mit schöner Regelmäßigkeit ihren Schnitt für die Marlenehose. Schnitt 105B aus Burda 8/2008 gefällt mir recht gut, auch was den Bund und die Taschen angeht. In der Ausgabe sind verschiedene Hosenformen vorgestellt. Das Bild ist leider nicht ganz so gut geworden, ich bitte um etwas Phantasie.marlene_hoseSchließlich habe ich auch in einer alten Burda easy ein paar Hippie-Schnitte gefunden. Dort heißt das ganz hip „Boho-Style“ und kommt meiner am liebsten getragenen Hose recht nahe. Der Schnitt ist oben vielleicht etwas eng und müsste noch etwas angepasst werden, wirkt für mich aber insgesamt recht vielversprechend. So eine Hose könnte ich mir auch sehr gut aus Jeans oder Cord vorstellen.

schlaghoseSchön wäre es, noch ein paar weitere Schnitte von Hüfthosen aufzutreiben. Die Burda-Sachen sitzen ja insgesamt immer relativ hoch – auch die Röcke. Aber bis jetzt fehlt mir noch ein bisschen die Idee, welcher Hersteller Schnittmuster für niedrig sitzende Hosen anbietet. Vielleicht hat ja eine der anderen Teilnehmerinnen beim HosenHerbst eine Idee?!

CC BY-NC-SA 4.0 HosenHerbst – das erste Treffen von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Biologin aus Köln mit zwei kleinen Kinnings. Liebt ihre Familie, ihre Nähmaschine, ihr Cello.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.