Das etwas schräge Sommerkleid

Hallihallo, noch jemand da? Ich muss zugeben, das Bloggen ist etwas auf das Abstellgleis geraten. Ein wenig genäht habe ich, aber eher schnelle Jersey-Dinge für die Kinder. Die habe ich – wenn ich mich recht entsinne – sogar teilweise schon fotografiert, aber bin trotzdem nicht recht dazu gekommen die zu Bloggen. Das liegt unter anderem daran, dass ich Ende Mai meine Dissertation, ein Buch über Fleisch sozusagen, abgegeben habe. Hurra! Im Junli, so genau weiß ich das nicht mehr, habe ich dann endlich mal wieder etwas Richtiges zugeschnitten. Es handelt sich dabei um ein Sommerkleid „im 50er Jahre Stil“ aus einem kleinen Nähmagazin, das ich auf magische Weise seit ein paar Jahren im Abo habe, ohne es je bestellt oder auch bezahlt zu haben.

Das Schnittmuster heißt Evelyn und war in der simply nähen 2/2019. Den schwarz geblümten Viskosestoff habe ich im frühen Frühjahr in einem größeren Online-Shop bestellt, dessen Namen ich sicherheitshalber vergessen habe, damit ich keine unbeabsichtigte Werbung machen muss. Es hat eine Weile gedauert, bis ich vom Zuschnitt zum Nähen und zum fertigen Kleid kam, auch wenn es wenig Schnittteile sind und das Kleid einfach zu nähen war. Aber ich wollte es dann doch ordentlich machen, dann habe ich nach den passenden Knöpfen gesucht und als ich die endlich hatte, habe ich mich noch einen Monat vor den Knopflöchern gedrückt. Ihr kennt das.

Als das Kleid dann fertig war, habe ich es mit gemischten Gefühlen betrachtet, denn es war etwas schräg. Auf der einen Seite passt das so natürlich ganz ausgezeichnet zu mir, aber auf der anderen Seite fragte ich mich, ob das Schräge (wie bei mir meistens) nicht vielleicht doch eher unabsichtlich war? Es geht damit los, dass der rückwärtige Beleg ein ziemlicher Lappen ist. Ich gebe zu, wenn der Kragen gut liegt, undsoweiter, dann spare ich mir manchmal die unsichtbaren Heftstiche mit der Hand, die den Beleg am Oberteil fixieren. Der rückwärtige Beleg ist hier aber so unnötig groß und unförmig, dass ich mich erst mal eine Weile zurecht wurschteln muss, bis ich das Kleid angezogen habe und alles sitzt.

Beim oberen Vorderteil bin ich auch nicht ganz zufrieden. Der Brustabnäher ist in die Ärmelnaht schräg nach oben rotiert, anstatt zur Seitennaht, wie es z.B. beim ganz ähnlichen Clara Dress ist. Ich finde, dass dadurch recht viel Spannung auf dem Vorderteil und dem eigentlich sehr schönen Ausschnitt ist. Den habe ich – ausnahmsweise mal – getreu nach Anleitung genäht, schön die Kanten versäubert, dann den Beleg dran geklöppelt . Den Ausschnitt zieht es dadurch etwas nach außen, weil man nach dem Versäubern natürlich die Nahtzugabe nicht mehr einschneiden kann ohne die Ovi-Naht zu durchtrennen. Diese Entlastung würde der vorderen Ausschnittkante sicher ganz gut tun, aber naja, beim nächsten Mal.

Das mit Abstand allerbeste ist allerdings der Rock. Der ist in der vorderen und auch in der hinteren Mitte kürzer als an den Seiten. Deutlich kürzer. Zuerst dachte ich, es liegt irgendwie am Vorderteil, dass das mittig durch den Gummizug etwas nach oben gezogen wird. Aber egal wieviel man rumzuppelt – die Rockteile sind an den Knien kürzer als an den Seiten. Nicht so schlimm, dachte ich, zeig ja gern mal Knie. Aber war das echt gewollt?

Zuhause kam mir dann die Idee, das Schnittmuster mal nachzumessen. Die Rocklänge im Stoffbruch muss ja genauso lang sein wie an der Diagonale aka Seitennaht. Ist im Papierschnitt aber nicht so, da ist eine Differenz von satten 6cm. Man kann das Kleid mit verschiedenen Rocklängen nähen, wobei ich mich für die kürzere entschied. Ich maß den längeren Rock nach, dort betrug der Unterschied nur 1cm, der auch ganz nützlich sein kann, wenn man so eine Hüftrundung betrachtet. Für das kürzere Rockteil wurde scheinbar der Bogen des Rockteils nicht richtig berechnet, sondern einfach parallel nach oben verschoben, so dass es zu diesem etwas eigensinnigen Fehler im Rockteil kam.

Das Kleid gefällt mir ja trotzdem irgendwie und so richtig kann ich mich nicht entscheiden, ob ich das nun korrigiere oder einfach so lasse und auf dumme Sprüche warte. Ich finde es ja etwas langweilig, wenn alles so normal und glatt gelaufen ist. Ich finde immer, die besten Geschichten schreibt das Außergewöhnliche, Fehlerhafte und Unerwartete. Also was tut’s, einfach noch einen rosa Puppengürtel um die Taille und ab durch die Mitte.

Pinnwand für das Kinderzimmer

Als Stoffresteverwertung stand schon seit längerem eine Pinnwand für das Kinderzimmer auf meiner Liste. Mit ein paar übrig gebliebenen Materialien und einem schönen Patchwork-Block aus Stoffresten wollte ich die Pinnwand bauen. Die Umsetzung war nicht schwierig und ging ganz flott, so dass ich mich im Nachhinein etwas gewundert habe, warum ich das Projekt so lange aufgeschoben habe.

Kostüme für Kinder – Pinguin und Eule

Wie jedes Jahr gab es für die Kinder auch zum Karneval 2019 neue Kostüme, die ich ihnen genäht habe. Dieses Jahr haben sie sich gewünscht, dass ich ihnen einen Pinguin und eine Eule nähe. Irgendwie war ich nicht ganz so Detail verliebt wie im letzten Jahr und habe es mir etwas einfacher gemacht. Die Schnitte sind recht simpel aus normalen Schnittmustern für Oberteile abgeleitet.

Nähanfänger – Was braucht man wirklich?

Die Lieblingskollegin hat angefangen zu nähen und wollte, dass ich ihr mal all mein Zubehör zeige. Als ich etwas hysterisch lachte, schaute sie irritiert. Da es so viel Werkzeuge, Zubehör und Gadgets gibt, war sie etwas verwirrt, was man zum Nähen lernen wirklich braucht. Beim Nähkränzchen gestern war ich mir mit Frau Drehumdiebolzen und Frau 700Sachen ziemlich schnell einig, dass die Erstaustattung zum Nähen gar nicht so umfassend ist. Und der Rest passiert dann einfach.