Nuroni – Schoko-Brotaufstrich aus Maronen und Haselnüssen (vegan)

Wer mich kennt, weiß, dass ich Esskastanien über alles liebe. Auf unserem Laborgelände auf Arbeit haben wir einen großen Baum, der uns jedes Jahr reich mit Früchten beschenkt. Dort stehe ich dann immer, mit gesenktem Blick, und trete die stacheligen Hüllen der Maronen auf, um an die leckere Nuss zu kommen. Auch mit den Kindern habe ich schon regelmäßig gesammelt, denn Maronenbäume stehen in vielen Parks und die zipfeligen, rotbraunen Früchte tragen so viel Herbst in sich, wie sonst kaum eine andere. Am liebsten mögen wir den Geruch beim Rösten im Ofen, da schwebt schon so viel Vorfreude mit, dass es kaum auszuhalten ist. Ich esse sie sehr gern pur, aber auch als Muffins, Suppe oder Likör schmecken sie sehr gut. Da die Kinder die Maronen pur gar nicht so gern essen, habe ich gestern überlegt, wie man Maronen noch verarbeiten könnte. Wir alle lieben Nutella, also kam mir ein Brotaufstrich aus Maronen in den Sinn. Direkt der erste Versuch war zum Niederknien, also will ich euch das Rezept nicht vorenthalten.

Brotaufstrich aus Maronen

Wenn ihr Maronen sammelt und nicht sofort verarbeiten könnt, solltet ihr sie unbedingt ausgebreitet lagern (wurmige Maronen aussortieren!). Sie schimmeln sonst sehr schnell, genau wie Kastanien. Wenn Maronen leicht angetrocknet sind, lassen sie sich sogar noch leichter schälen. Man kann sie auch trocknen, um sie zu konservieren oder einfrieren. Auch so kann man sie einfach schälen und wieder weich kochen. Das Schälen funktioniert am besten, wenn man am dicken Ende mit einem scharfen Messer kreuzweise einschneidet. Schiebt die Maronen auf einem Backblech ausgebreitet für ca. 20 Minuten in den Backofen (180-200°C). Dann springt die Schale auf und die Maronen lassen sich schälen. Nach dem Abkühlen können die Maronen noch einmal kurz mit kochendem Wasser überbrüht werden, um das innere Häutchen zu lösen. Das ist aber Geschmackssache und kommt auch drauf an, wieviel “Fell” die Esskastanien haben. Wer sich die ganze Arbeit nicht machen, kann auch gekochte, vakuumierte Maronen im Supermarkt kaufen. Nun aber Schluss mit dem Vorgeplänkel und auf zum Rezept für den Brotaufstrich aus Maronen und Haselnüssen.

Du brauchst dafür:

200g geschälte Maronen

100g Haselnüsse (gemahlen)

6 EL Zucker

1 EL Vanillezucker (ich hatte hier noch den schwedischen der viel feiner und vanilliger ist -ansonsten kann man evtl auch ein paar Tropfen Aroma nehmen)

3 EL Back-Kakao

6 EL Kokosöl

5EL Raps- oder Sonnenblumenöl

Brotaufstrich aus Maronen

Die Maronen von Hand oder in der Küchenmaschine leicht vorhacken und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten. Nach einer Weile die Haselnüsse zugeben und schonend(!) rösten. Haltet am besten immer die Nase rüber, denn die Nüsse und Maronen sollten nicht zu stark angeröstet sein. Ständig wenden und den Zucker und Vanillezucker hinzugeben. Dreht die Hitze vorsichtig etwas hoch. Bei mir ist der Zucker nicht komplett karamellisiert, weil ich nicht wollte, dass die Nüsse verbrennen. Es ist aber auch Geschmackssache wie stark man röstet und karamellisiert, probiert es also einfach aus. In die heiße Masse wird der Kakao gegeben und alles gut durchmischt. Die Hitze herunter drehen, Kokosöl und Rapsöl dazu geben und rühren, bis alles Fett geschmolzen ist. Die Masse habe ich dann heiß in Etappen in der Küchenmaschine gemixt, bis alles möglichst fein zermahlen war. Noch heiß habe ich es in Gläser abgefüllt und abkühlen lassen. Im Kühlschrank wird der Brotaufstrich fest. Auf dem Brot ist er dann aber schön weich – und einfach lecker!

Bella Ciao Sommerkleid

Tags

, , ,

Mein Blog befindet sich seit einiger Zeit in einem sommerlichen Dornröschenschlaf. Das hat verschiedene Gründe und wird vermutlich auch noch eine Weile so bleiben. Dennoch möchte ich versuchen, so nach und nach die Dinge zu zeigen, die ich zuletzt genäht habe. Das ist schon eine Weile her, denn tatsächlich bin ich in den letzten Monaten auch kaum noch zum nähen gekommen. Heute soll es um mein Bella Ciao Sommerkleid gehen. Es heißt so, weil in meinem Kopf “Ciao Bella!” auf der Seite der Burda steht, wo es abgebildet ist. Als ich nochmal nachschaute, stellte ich fest, dass in der Burda von “Bella Donna” bis “Mamma mia!” und “Viva Italia” alles steht, war man für Italien-Klischees braucht. Außer eben “Ciao Bella!”.

Für mich ist es trotzdem das Bella Ciao Sommerkleid, und zwar weil ich in letzter Zeit sehr viel Zeit im Labor verbracht habe, bei sehr großer Hitze. Um nicht wahnsinnig zu werden, läuft da natürlich permanent das Radio und da läuft gerade permanent das Lied “Bella Ciao!”. Das Lied ist alt und hat eine lange Tradition, und ist durch die Serie ‘Haus des Geldes’ gerade zu neuer Bekanntheit gekommen. Mir gefällt der Gedanke an ein antifaschistisches Sommerkleid natürlich ausgesprochen gut. Das ist doch viel besser als alle Italien-Klischees der Burda zusammen.

Es handelt sich bei dem Kleid um Modell 101 aus Burda 2/2011. Denn Stoff habe ich einmal für sehr wenig Geld im Ausverkauf erstanden und eigentlich für ein Probekleid eingeplant gehabt. Dass daraus mit dem richtigen Schnitt nun ein richtig tolles Sommerkleid geworden ist, freut mich sehr. Das Oberteil ist korsagenartig geschnitten, im Heft ist auch ein sehr ähnlicher Schnitt als Korsage enthalten. Als Rockbahn ist ein einfaches Rechteck gerafft angesetzt.

Der Schnitt gefällt mir so gut, dass ich ihn auf jeden Fall noch einmal nähen werde. Einen ganz tollen Stoff aus Benin habe ich dafür schon im Auge. Allerdings rutscht mir das Kleid durch den großzügigen Ausschnitt leicht von der Schulter. Möglicherweise liegt das an meinen schmalen Schultern, oder aber am etwas zu großzügig konstruierten Oberteil. Zumindest stehen die Modelle im Heft auch etwas komisch mit erhobenen Armen da. Beim nächsten Mal werde ich in der vorderen Mitte ein bis zwei cm wegnehmen und dafür die großen Abnäher etwas verkleinern. Dann sollte es sehr gut passen.

Passend zum Kleid trage ich gern die Ohrringe. Die Herstellung hatte ich in meinem letzten Post im Mai (ohgott, schon so lange her!) gezeigt. Außerdem hat mir meine Kleine ein Armband gebastelt, als sie heute in der Ferienbetreuung war. Nach dem Häkeln hat sie nun das Knüpfen für sich entdeckt und knüppert ein Bändchen nach dem anderen.

Das sind die letzten Neuigkeiten im Bereich Handmade aus dem Hause Katz. Mit meinem Bella Ciao Sommerkleid hüpfe ich jetzt noch schnell zum Me Made Mittwoch und wünsche euch ein paar schöne Sommertage.

 

Schmuck mit Stoff und Cabochons selber machen – Spring Style Along 2018

Tags

, , ,

Ihr kennt es alle: Dieser eine Stoff – das Muster, die Farben. Er trifft einen Nerv in euch, erzeugt ein Gefühl, das ihr am liebsten für immer konservieren wollt. Man kann aus diesem traumhaften Stoff ein Kleidungsstück nähen. Man kann diesen Stoff aber auch als Schmuck für immer konservieren. Auch wenn es nur ein winziges Reststück ist, das ihr nicht wegschmeißen möchtet. Schon vor einer Weile kam mir die Idee, dass es fabelhaft wäre, Schmuck mit Stoff und Cabochons selber zu machen. Besser kann der Schmuck gar nicht zum Kleidungsstück passen, denn es ist ein und dasselbe Farbschema und Design.

Anfang des Jahres bestellte ich mir ein Cabochon-Set, um das Schmuck basteln auszuprobieren. Enthalten waren Fassungen, passende Glas-Cabochons, Kleber und ein Vorlagen-Bogen. Das Basteln des Schmucks mit den Papier-Vorlagen klappte so gut, dass ich es unbedingt für meine Kleidung beim Spring Style Along ausprobieren wollte. Mit Stoff beklebte Cabochons habe ich bis jetzt nirgendwo gesehen, aber einen Versuch ist es wert. Es ist wirklich ganz einfach. Zuerst wird ein Tropfen Glossy Accents-Kleber auf das Motiv auf den Stoff aufgebracht. Dann wird das Cabochon vorsichtig angedrückt und leicht hin und her bewegt. Dadurch lassen sich Luftbläschen im Kleber gut entfernen. Das Cabochon kann nun noch genau platziert werden, so dass das Motiv gut abgebildet ist. Zwischen Cabochon und Stoff ist dann eine milchige Schicht Kleber, der transparent trocknet.

Nachdem der Kleber getrocknet ist, am besten über Nacht, kann man das Cabochon vorsichtig aus dem Stoff ausschneiden. Am besten geht das mit einer Nagelschere. Überschüssiger Kleber lässt sich gut mit dem Fingernagel abkratzen und abschneiden. Dabei hat mir mein Zwerg geholfen, weil er den Schmuck so toll findet.

Im nächsten Schritt werden Cabochon und Stoff in die Fassung eingeklebt. Dazu nimmt man einen Tropfen Hasulith-Kleber. Das Cabochon wird eingesetzt und wieder leicht hin und her geschoben, um den Kleber gut zu verteilen. Überschüssigen Kleber kann man direkt abwischen. Durch das Drehen des Cabochons kann man das Motiv noch entsprechend ausrichten.

Dann muss man den Schmuck nur noch trocknen lassen. Ich bin davon total begeistert. Für den Spring Style Along habe ich Ohrstecker, Ohrhänger und ein Medaillon gemacht. Armbänder und Ringe sind natürlich genauso möglich. Das Set habe ich bei Vintageparts bestellt. Der Preis ist fair und man hat am Ende nicht zuviel Material über, wenn man wirklich nur einmal ausprobieren möchte.

Der aktuelle Termin beim Spring Style Along befasst sich mit den Accessoires. Den Schuhen, Taschen, Tüchern und Schmuck. Der Schmuck ist wieder mein Fokus in diesem Jahr. Weil er so perfekt passt, reicht mir das auch. Andere Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten findet ihr beim Spring Style Along – die Kirsche auf der Sahne.

Den Mai im Frühlingskleid begrüßen

Tags

, , ,

Endlich ist Mai, der Wonnemonat! Im April hatten wir schon einen tollen Vorgeschmack auf den Sommer und ich hoffe, dass auch der Mai uns ein paar richtig schöne Frühlingstage bescheren wird. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, endlich mein Frühlingskleid zu zeigen. Ich habe es auf der Annäherung 2017 genäht und bisher nur ein mal auf der Puppe gezeigt. Dabei liebe ich es wirklich sehr.

Der Stoff lag relativ lange bei mir im Lager, weil er etwas so Besonderes ist. Ich liebe das rauchige Blau des Hintergrundes. Dazu der Kontrast der Blumen in knalligem Orange und das leichte Grün. Ein absoluter Lieblingsstoff vom Design her, aber auch von der Qualität. Der Stoff ist ein sehr feiner Batist, der auch recht durchsichtig ist. Deswegen ist das Kleid komplett mit weißem Batist gefüttert.

Dazu habe ich die Schnittteile exakt übereinander gelegt und die Stoffe zusammen verarbeitet und versäubert. Das hat viel besser geklappt, als ich anfangs geglaubt habe. Aber beide Stoffe sind weder elastisch noch flutschig und relativ gut aufeinander liegen geblieben. Etwas kniffliger war es dann beim Rockteil, der als viertel Teller zugeschnitten wird. Aber mit viel Geduld, glatt streichen und bügeln hat es schließlich gut geklappt.

Das Schnittmuster habe ich aus einer Nähzeitschrift, die mir seit einiger Zeit kostenfrei zugeschickt wird. Keine Ahnung wie ich auf deren Gehaltsliste gelandet bin (danke!), aber mir gefällt die Zeitschrift wirklich gut. Es ist eine für mich sehr passende Mischung aus Accessoires und Kleidung, die dort präsentiert wird. Mein Frühlingskleid war als zweiteiliges Näh-Special enthalten (Simply nähen 3/2016) und ist eigentlich ein Schnitt von By Hand London. Ich musste nicht viel anpassen, das Nähen hat ziemlich problemlos geklappt. Frau 700Sachen hat mir sehr lieb bei einer Hohlkreuz-Anpassung geholfen, wodurch das Kleid bedeutend besser sitzt.

Das Frühlingskleid ist ein absolutes Lieblingsteil für mich. Leider hatte ich bisher nicht so viel Gelegenheit, es auszuführen. Im Moment ist es ja auch noch etwas frisch. Das Kleid lässt sich aber ziemlich gut mit meiner grünen Nina Cardigan kombinieren.

Damit gebe ich ab zum Me Made Mittwoch, wo heute wieder wunderschöne selbst genähte Kleidungsstücke präsentiert werden.

Spring Style Along 2018 – Anpassungen

Durch einen technischen Fehler in meinem Leben im System wurde dieser Artikel zuerst komplett ohne Text veröffentlicht. Ich bitte das zu entschuldigen.

Ich habe einen Rock genäht. Eigentlich ist das keine große Sache, irgendwie bin ich aber trotzdem froh, dass ich es abgeschlossen habe. Für den Spring Style Along wollte ich mich ja eigentlich mit einfachen Teilen warmlaufen, damit es mir dann geradezu von der Nähmaschine fluppt. Das hat leider nur so teilweise geklappt. Der Plan war, den Rock ganz einfach geschnitten aus großen Rockbahnen zu nähen, damit der Stoff gut zur Geltung kommt. Da ich das Clara Dress gerade fertig hatte, dachte ich, ich könnte einfach den schön schwingenden Rock so übernehmen, einen Bund daran basteln und fertig ist die Laube.

Dann waren die Rockbahnen aber doch irgendwie viel zu groß. Ich wollte die Rockteile nicht raffen, damit sie nicht so auftragen. Und dann ging das große Rumgemurkse los. Weil die hintere, mittlere Rockbahn so weit war, wollte ich eine tiefe Kellerfalte einbauen. Die sieht am Po aber natürlich etwas doof aus. Also wurde aus hinten vorne. Ich habe ja schon einige Winterröcke mit einer tiefen Kellerfalte vorne und mag die Optik wirklich sehr.

Das ehemals vordere Rockteil saß ja nun hinten und brauchte trotzdem noch zwei Abnäher, um überhaupt irgendwie zu passen. Diese Abnäher hinten sind relativ steil, so dass der Rock hinten etwas aufspringt. Ich glaube aber durch das große Muster im Stoff fällt das keinem auf.

An der Puppe sah das alles so erst einmal ganz gut aus, beim Anprobieren merkte ich dann, dass durch das Verdrehen der Rockteile nun die Seitennaht nicht mehr genau auf der Seite sitzt. Wahrscheinlich fällt das außer mir keinem auf, aber innerlich ließ mich das so ein bisschen die Augen verdrehen. Ich hab einen Formbund gebastelt, der dann auch ganz gut passte. Außer dass ich die Nahtzugabe irgendwie vergessen hatte, den Stoff dann mehr so nach Augenmaß zuschnitt. Das führte zu etwas Rumgemurkse beim Reißverschluss, so dass die Bundnaht an der Seite einen Versatz hat. Da der schöne Stoff mit den Rosen sehr, sehr durchsichtig ist, wollte ich ein Futter aus weißem Batist. Im Stofflager war dafür aber jedes Stück zu klein. Ich wollte keinen neuen Stoff kaufen und fand dann schließlich doch noch ein Stück bei den Sachen von der Annäherung. Der Unterrock sollte natürlich weniger weit sein, ohne Kellerfalte und Abnäher. Ich habe es bestimmt drei mal ausgemessen, bevor ich zuschnitt. Trotzdem fehlten am Ende mehrere cm, die sich auch nicht mehr so herzaubern ließen.

Der Rock flog erst mal in die Ecke. Fertig, das war’s. Ich geb auf, ich bin komplett unbegabt, was das Nähen. Frustration galore. Dann fiel mir ein, dass auf der Annäherung immer alle irgendwie Keile einbauen, wenn etwas nicht klappt. Was nicht passt wird passend gemacht. Ich schnibbelte also irgendwie zwei Dreiecke zurecht und weil es am einfachsten so war, setzte ich sie an der Seitennaht für den Reißverschluss ein. Ist ja innen, sieht man ja nicht. Bei der Anprobe passte das ganz gut und ich war etwas versöhnt.

Fehlte nur noch der Saum. Ich wollte an den Unterrock erst weiße Spitze anbringen. Dann fand ich aber einen ganz schmalen, klaren Saum doch passender für den Stoff. Mit dem Rollsaumfuß für die Nähmaschine nähte ich dann einen feinen Rollsaum. Dabei ging natürlich auch noch mal einiges schief, weil die Overlocknähte nicht gut eingefädelt werden. An manchen Stellen sprang der Stoff aus der Führung und wurde nicht exakt gefaltet. Da musste ich dann noch einmal korrigieren. Schließlich war es dann geschafft und eigentlich bin ich ganz glücklich mit dem Ergebnis. Die Geschichte vom Rock passt sehr gut zum aktuellen Thema beim Spring Style Along – Fix it! Die nächsten Teile nähe ich ganz sicher ganz exakt nach Schnittmuster. Und hoffe, so um das Rumgemurkse herum zu kommen.