Visible Mending von Jenny Wilding Cardon – Buchrezension

Mit der Inspiration von der Annäherung hatte ich viel Schwung, mich wieder mehr einem meiner liebsten Hobbys zu widmen. Die Anregungen aus den vielen Gesprächen, ließen mich ein wenig in der aktuellen Näh-Literatur stöbern und einem Buch über Visible Mending konnte ich nicht widerstehen. Visible Mending, also der offensive Umgang mit dem Ausbessern kaputter Kleidung, ist ein spannendes Thema, das gerade in aller Munde ist. Deswegen möchte ich euch das Buch von Jenny Wilding Cardon, einer us-amerikanischen Autorin, gern vorstellen.

Schlafanzüge für Kinder

So langsam wird es Zeit, ein paar Sachen zu zeigen, die eigentlich schon lange fertig sind. Auf der Annäherung im letzten Jahr sind einige schöne Dinge entstanden, die ich irgendwie nie gebloggt habe und das soll natürlich nicht noch einmal passieren. Dieses Jahr hatte ich wieder ein paar ganz einfache Jersey-Teile mit. Die kann man gut einschieben, wenn es bei einem der größeren Projekte hakt. Dieses mal habe ich Schlafanzüge für Kinder genäht.

Ich hatte dafür kein Schnittmuster. Ich habe einfach einen Standard-Schnitt für ein Oberteil und einen für Leggings genommen und alles etwas weiter und länger zugeschnitten. Bunt geringelte Bündchen machen einen schönen Abschluss. Mein Plan war erst, dass sich jedes Kind eine eigene Bündchenfarbe aussucht, damit man die Schlafanzüge unterscheiden kann. Da beide unbedingt die bunten Ringel wollten, sind es dann doch zwei identische Sets geworden.

Damit man sie dennoch unterscheiden kann, habe ich unterschiedliche Webbänder am Bund der Hosen und der Oberteile angebracht. Da konnten die Kinder sich glücklicherweise für zwei unterschiedliche Designs entscheiden. Der Stoff des Oberteils kommt von Stoff&Stil. Den Jersey für die Hosen habe ich mal auf dem Stoffmarkt gekauft. Es ist ein sehr schöner T-Shirt-Jersey, der dunkelblau meliert ist. Den habe ich damals an einem Stand von Traumbeere gefunden. Tolle Qualität, den werde ich mir bestimmt noch einmal holen.

Die Kinder finden ihre neuen Schlafanzüge ganz toll. Ihnen gefällt nicht nur, dass beide exakt gleich sind. Sie mögen auch sehr, wie hübsch die Stoffe sind. Außerdem sind die Schlafis unheimlich gemütlich und bequem. Man kann jede Menge Quatsch in ihnen machen, wenn man vielleicht doch nicht vorhat zu schlafen.

Stoffdiät 2017 – Märzupdate

Ich bin voller Elan in die Stoffdiät 2017. Voller Elan und voller Inkonsequenz. Kaum war der Plan der Stoffdiät verkündet, kaum war das Lager mal etwas gesichtet, schon hatte ich neue Ideen im Kopf. Für die hatte ich natürlich keine passenden Stoffe da, ist klar. Also musste ich Stoffe kaufen, klarer Fall. Das war natürlich nicht ganz so gut für die Stoffbilanz, aber im Falle von Karneval und einem Stoff für meine Schwester zumindest so halb schon eingeplant.

Die Karnevalsstoffe haben mit insgesamt 8.5m ganz schön heftig zu Buche geschlagen. Allerdings habe ich sie auch komplett vernäht und dazu noch recht viel an Jersey aus dem Lager verbraucht, für den ich sonst erst einmal keine Idee gehabt hätte. Also dennoch ein Gewinn. Die Annäherung hängt mir mehrfach nach. Die vielen schönen Sachen vom Tauschtisch und geschenkten Stoff habe ich noch nicht vernäht. Dafür viel neue Inspiration mitgenommen, so dass ich unbedingt einen apfelgrünen Frühlingsmantel wollte. Wollwalk hatte ich natürlich nicht im Lager, so dass ich an Material für den Mantel insgseamt noch knapp 4.5m eingekauft habe (inklusive Futter/Dekorstoff). Aber dieser Mantel ist schon recht weit und wird bald auch auf der Stoffverbrauch-Seite auftauchen.

Positiv haben sich für mich die Aktionen ausgewirkt, bei denen ich mitgemacht habe. Die 12 Colours of Handmade Fashion geben mir unglaublich viel Inspiration. Und da ich mir selbst auferlegt habe, dafür nur Stoffe aus dem Lager zu nehmen, konnte ich bisher zwei Lagerhüter voll verwerten: ein olivgrüner Strickstoff ist eine Cardigan geworden und ein beigefarbener Viskose eine schicke Blunika. Auch der Spring Style Along verführt dazu, einiges aus dem Lager endlich mal in Angriff zu nehmen, so dass auch auf der Verbrauchsliste einiges auftaucht bzw. auftauchen wird. Darüber hinaus habe ich entdeckt, dass sich hier mittlerweile doch recht viele Ufos stapeln, die teilweise sehr schnell abzuarbeiten wären. Zwei Weihnachtskleider brauchen eigentlich nur noch einen Saum und kleinere Korrekturen, um über 6m auf die Verbrauchsliste schreiben zu können. Das möchte ich möglichst bald in Angriff nehmen, genau wie das Jerseykleid, das sich meine Schwester gewünscht hat. Eigentlich eine schnelle Sache, also nichts wie ran.

Insgesamt habe ich für meine Stoffbilanz 26,9m Stoffeingang zu verzeichnen (inklusive Geschenke und Tauschtisch). Beim Stoffverbrauch stehen -19,1m. Das heißt, dass ein Ausgleich in greifbarer Nähe ist – Frühlingsmantel, Frühlingskleid oder Ufos abarbeiten und ich habe mehr vernäht als gekauft. Das wäre mein Ziel! Seit Karnevalsstoffe und die anfängliche Inkonsequenz (hoffentlich) abgehakt sind, möchte ich im Rahmen der Stoffdiät jetzt keine Stoffe mehr kaufen. Herzenswünsche oder Notkäufe sind nur erlaubt, wenn ich mit mindestens dieser Menge schon im Minus bin – durch einen Kauf also nicht in eine positive Stoffbilanz rutsche. Ob ich das schaffe? Wir werden sehen…

 

 

 

Weihnachtskleid 2016 – Zwischenstand

Heute ist schon der zweite Advent und das nächste Treffen beim Weihnachtskleid Sew Along steht an. Vor dem letzten Treffen hatte mich unser Nähkränzchen in einen gewaltigen Näh-Vorsprung katapultiert – allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen, denn ich hatte die Taschen des Rockteils im hinteren Oberteil festgenäht. Da ich nicht mit Händen auf dem Rücken durch die Weihnachtstage laufen möchte, habe ich noch mal ordentlich getrennt. Ich habe nicht nur das Rockteil abgetrennt, sondern auch das Futter noch einmal komplett herausgenommen und etwas zurückgeschnitten, damit es beim Ausschnitt oben nicht herausschaut. Ich habe die Seitennähte des Oberteils noch einmal komplett aufgetrennt, das Futter neu eingenäht und ganz schmal auf der Nahtzugabe festgesteppt, so dass es von außen nicht sichtbar ist. Dadurch bleibt das Futter an seinem Platz. Understitching heißt die Methode, wie Frau Drehumdiebolzen mir beim Nährkränzchen geduldig erklärt hat.
Weihnachtskleid - Understitching

Das geht allerdings nur, wenn man nicht nach der Kochlöffel-Methode arbeitet. Zum Schluß werden dann die Seitennähte von Futter und Oberteil in einem Rutsch geschlossen. Danach konnte ich das Rockteil annähen, mit den Taschen in die richtige Richtung zeigend. Nahtzugaben sind zurückgeschnitten, aber so richtig gebügelt ist das Ganze noch nicht. Aber: es passt! (auch wenn das Licht hier schon etwas weg war)

Weihnachtskleid - Winterkleid aus Wolle

Nun fehlen noch die Knopfleiste, der Saum und das Festnähen des Futters in der Taillennaht. Knöpfe habe ich auch gekauft, nicht richtig auf den Preis geschaut, zwei Farben mitgenommen und an der Kasse einen Schlag gekriegt. Aber gut, was will man machen? Ich werde mich wahrscheinlich für die orangen Knöpfe entscheiden.Knöpfe Winterkleid

Danach dachte ich: Hast ja noch massenhaft Zeit, fängste mal ein zweites Kleid an. Entschieden hatte ich mich schließlich für das Trägerkleid, für das mir Michou mal einen Maßschnitt angefertigt hat – ironischerweise nach dem Papierschnitt des Brit-Chic-Kleides. Zugeschnitten war schnell, nur das mittlere Vorderteil habe ich ein wenig nach oben verlängert.

Weihnachtskleid

Zusammengenäht war das Oberteil auch schnell. Als nächstes müssen die Rockteile abgekettelt und die Taschen genäht werden. Für das Rockteil habe ich dieses mal keinen Tellerrock gemacht, sondern eine angepasste Version des Glockenrocks vom Brit-Chic-Kleid. Ich denke, eine überknielange Version wird dem Trägeroberteil sehr gut stehen. Nachdem Futter und Rockteil angebracht sind, werde ich einen Reißverschluss einnähen – zuerst hatte ich überlegt, vorne eine Knopfleiste zu machen. Aber zwei Knopfleistenkleider sind doch irgendwie eines zuviel. Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem Weihnachtskleider-Stand und geh nun mal schauen, was die anderen beim WKSA so geschafft haben.

Luftiges Sommer-Set aus Aborigine Stoff von Karlotta Pink

Sommer, Hitze, die heißesten Tage des Jahres. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich brauche für diese Zeit ein besonders luftiges Outfit. Eines, dem man den Sommer schon ansieht. Auf der h+h Cologne hatten wir Ines von Karlotta Pink kennen gelernt, die mit Stoffen aus aller Welt handelt. Farbenfrohe, sonnige, wundervolle Stoffe aus den heißesten Ländern der Erde hat sie in ihrem Sortiment. Zum Probenähen durfte ich zwei Aborigine Stoffe aus Australien mitnehmen, mit ganz tollen Drucken, und ich wollte sie mir natürlich für etwas besonderes aufheben. Direkt beim Abschneiden wußte ich schon, dass ich eine Bluse und einen Rock nähen wollte und hatte zum Glück den Stoffverbrauch dafür auch einigermaßen im Kopf.

gesamt_vorn

Die Bluse aus dem violetten Sandhill Wash Blue ist nach dem Schnittmuster 116 aus Burda 7/2008. Die Belege sind mir sehr gut gelungen, aber bei den Ärmeln musste ich leider so oft ansetzen, dass mich die Bluse letztlich doch mehrere Nähkränzchen gekostet hat. Jetzt bin ich damit sehr zufrieden, denn ich finde, das Stoffmuster passt herrlich zur Form des Ausschnitts und der Naht, die den vorderen Beleg und die Knopfleiste hält. Die Knöpfe sind in einem ganz zarten Mintgrün, so dass sie sehr gut zu dem zugehörigen Rock passen.

bluse

Auch von hinten macht das Muster der Bluse sehr viel her. Außergewöhnlich, aber nicht aufdringlich oder zu flippig – genau mein Fall. Frisur und Falten im Shop entsprechen den hohen Temperaturen und wurden aus Gründen der Glaubwürdigkeit nicht mit Photoshop gehübscht 😉

gesamt_hinten

Bei dem Rock habe ich eine Weile überlegt, wie ich ihn angehe. Ich hatte genau 1m von Yumuedumu mitbekommen und wollte einen einfachen Rock nähen, der das schöne Stoffmuster gut zur Geltung bringt. Nach etwas Hin-und Herdenkerei hatte ich mich zu einem Wickelrock entschlossen, den ich mit ein paar hübschen Details ein wenig besonders machen wollte. Also habe ich die Stoffbahn einfach durch zwei geteilt und (unter Rücksicht auf’s Muster) zu einem langen Streifen zusammengenäht. An den Seiten fasste ich beim Anprobieren grob die Abnäher ab (pro Seite ca. 10cm), die ich in kleinen Biesen verstecken wollte. Von der hinteren Mitte ausgehend maß ich die Entfernung zur Seite (ca. 20cm bei mir) ab und fing an, dort die erste Falte zu legen. Die Falten sind 5mm breit und werden je einmal im Tal genäht und dann noch mal an der äußeren Faltenkante abgesteppt. Beim Absteppen der Kante wird direkt die nächste Falte so gelegt, dass man deren Faltental mitfasst. Die Falten haben eine Länge von 8cm und ich habe pro Seite 10 Stück gearbeitet. So erhält der Rock unten mehr Weite als oben und lässt sich angenehmer binden (bei einem kürzeren Oberteil kommen die Falten noch etwas besser zur Geltung).falten

Nachdem die Falten gelegt waren, habe ich die Ober- und Unterkante des Rockes schmal doppelt eingeschlagen und abgesteppt. An der Oberkante habe ich an den Enden noch je ein schmales Bindeband mit eingenäht, um den Rock wickeln und binden zu können. Durch ein schmales Knopfloch hinter den linken Seiten wird das Band der unteren Stoffband gezogen und an der rechten Seite gebunden. Dort wollte ich auch eine Zierknopfleiste anbringen und fand im Fundus der Schwiegermutter glücklicherweise ein paar farblich perfekt passende Knöpfe. Der Rand ist ca. 8cm breit doppelt eingeschlagen und abgesteppt. Mein Fazit: Mit ein paar Kleinigkeiten kann man einen einfachen Wickelrock ganz fix zum absoluten Hingucker werden lassen.Knopfleiste

Zur Zeit ziehe ich Bluse und Rock gar nicht mehr aus, weil sie so super zum Sommer passen und so unheimlich bequem und luftig sind. Die Aborigine Stoffe sind toll in Muster und Farbe, haben eine super Qualität und ließen sich sehr gut verarbeiten. Schaut doch mal bei Karlotta Pink vorbei, denn zufälligerweise ist dort gerade noch Summer Sale. Damit gebe ich rüber zu Rund ums Weib und schaue, wo heute der Hochsommer rumst.