Ufo-Abbau Sew Along – meine Übergangsjacke

Als Muriel vom Blog Nahtzugabe5cm vor ein paar Tagen auf Twitter fragte, ob es Interesse an einem Ufo-Abbau Sew Along gäbe, meldeten sich direkt einige hochmotivierte Nähnerds (mit sichtbar schlechtem Gewissen). Fast jede hat doch einhundert unfertiges oder verbesserungswürdiges Stück irgendwo in einer Box versteckt. Irgendwie fehlt immer die Motivation, das Teil endlich fertig zu machen. Ständig kommen neue spannende Projekte dazwischen und das Teil liegt und liegt und liegt… Im Rahmen des Sew Alongs wollen wir diesen Stücken zu Leibe rücken und hoffentlich endlich abschließen oder die Verbesserungen vornehmen, die nötig sind um es tragbar zu machen.

Das heutige Thema beim Ufo-Abbau Sew Along ist: Vorstellung Eurer UFOs – Warum ist aus dem Projekt ein UFO geworden? Was muss noch getan werden? Habt ihr eine Reihenfolge für Eure UFOs festgelegt?

Ich muss gestehen, dass ich gar nicht so wahnsinnig viele Ufos habe. Ein Oberteil müsste grundlegend überarbeitet werden. Eine schwarze Bluse fliegt hier unfertig rum, aber schon so lange, dass ich nicht einmal mehr weiß, ob ich den Stoff noch habe, um die Ärmel zuzuschneiden. Ahem. Außerdem müsste ein Kleid aus einem wunderbaren Stoff überarbeitet werden und ich hoffe, dass ich aus dem restlichen Stoff, den ich davon noch habe, ein neues Oberteil konstruieren kann. Aber das alles ist nicht so wichtig. Das schiebe ich schon Jahre vor mir her, da kommt’s auf eins mehr oder weniger nicht an. Wirklich wichtig ist mir, dass ich endlich meine Frühlings-, äh, Herbst-, äh, Frühlings-….naja, also dass ich meine Übergangsjacke endlich fertig nähe.

uebergangsjacke3

Der Stoff ist aus dem Marc-Aurel-Outlet in Verl, dass ich vor ziemlich genau einem Jahr im Rahmen der Annäherung kennengelernt habe. Dort habe ich den Stoff gekauft, eine schöne braune Baumwolle im Fischgrät-Muster. Die Jacke hatte ich im Frühlingskleid(ungs)-Sew-Along angefangen und dann war aber das Kleid so arbeitsintensiv gewesen, dass ich die Jacke nicht fertig gestellt habe. Irgendwann, im Spätsommer war es wohl, habe ich noch einmal Anlauf genommen und ein Teil des Futters und die Teile zum Füttern zugeschnitten. Außerdem habe ich den rechten Ärmel eingenäht und die Paspeltaschen aufgesteckt. Wow!uebergangsjacke2

Gefüttert werden soll die Jacke mit Öko-Baumwoll-Superdupervlies von Myo (= Vilene). Außerdem mit olivgrünem Futterstoff, ebenfalls aus Verl. Als ich die Jacke gerade anzog, war ich mir allerdings nicht sicher, ob ich die Ärmel auch so dick füttern soll. Denn ganz so weit sind sie gar nicht, auch wenn das Original aus der Burda ebenfalls gefüttert ist. Außerdem fiel mir gerade wieder auf, dass der Schnitt sehr wenig tailliert ist und ich figurbetonte Jacken eigentlich mehr mag. Mal sehen, ob ich das noch ändere…ufo_abbau

Um die Schulterpasse etwas abzusetzen, habe ich am Vorder- und Rückenteil eine falsche Paspel eingearbeitet. Das klingt jetzt toller als es ist, denn eine falsche Paspel ist nicht viel mehr als eine Paspel ohne Füllung (also Kordel). Auf deutsch: ein gefalteter Stoffstreifen, der aus der Nahtlinie herausschaut. Und – immerhin – sind die Papseltaschen schon aufgesteckt. Erwähnte ich schon? Ich weiß, aber ich war gerade selber verblüfft, dass sie sie aufgesteckt, aber nicht genäht habe. Warum das so ist…das bleibt wohl das Geheimnis des Nähkränzchens damals.

uebergangsjackeIch muss gestehen, so richtig motiviert bin ich gar nicht, denn der Winter zeigt sich hier noch von seiner rheinischsten Seite – mit Dauerregen und geballter Wolkigkeit. Kalt ist es außerdem. Aber trotzdem will ich beim Sew Along mitmachen – dann ist die Jacke hoffentlich fertig. Bis zur Übergangszeit zum Frühling. Vielleicht hat eine von euch ja auch noch Ufos rumfliegen und mag beim Sew Along mitmachen? Das würde ich toll finden, dann könnten wir uns gegenseitig anfeuern!

 

CC BY-NC-SA 4.0 Ufo-Abbau Sew Along – meine Übergangsjacke von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Biologin aus Köln mit zwei kleinen Kinnings. Liebt ihre Familie, ihre Nähmaschine, ihr Cello.
4 comments
  1. :-)ich ahbe ne menge oder schon unmenge an UFO’s.-) und ja ich bau alles ab. manche ufos werden 3 sommer lang genäht(jeden sommer ein bisschen).aber die gehen mir nie aus. das problem der UFO’s bin ich selbst. und bei mir ein kampf den UFO’s anzusagen wäre gleich dem Kampf mit windmühlen…die alte werden zu ende genäht und die neue entstehen,weil ich die alte beende:-) es gibt verscheidene gründe, warum ein projekt zu einem ufo wird. aber das haupt problem bleibt, ich bin zündhaft und leidenschaftlich. und wenn ich von heute auf morgen gezündet werde, dann bleibt das,worean ich gearbeitet liegen und wird zum UFO. zuest habe ich keine zeit dafür, später ist season vorbei und man muss 6 monate warten oder 1 jahr.
    aber eigentlich wollte ich was anderes sagen.normalerweise(man kann dran glauben oder auch nicht),aber die sachen bekommen die liebe oder keine liebe mit, sie speichern die energie während der entstehung und danach geben sie sie ab/strahlen nahc aussen. meine erfahrung und erfahrung meiner kolleginen zeigt, dass selbst wenn die kunden es gar nicht wissen und wir etwas total gerne fertig gestellt haben, tragen sie es ununterbrochen und lieben das stück. genau so ist es bei mir,wenn ich etwas wiederwillig beende,was ich gar nciht mehr so richtig will/mag, dann werd ich es auch nicht tragen wollen oder werde ungerne tragen.
    selbst wenn das teil perfekt sitzt und perfekt genäht ist.
    manchmal ist es besser bei bestimmten dingen tabula rasa zu machen und sich von der energie des rumliegens anders befreien;-)

    1. Liebe Julia,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Ich kann sehr gut nachvollziehen, was Du meinst mit der leidenschaftlichen Zündung. Mir geht es da sehr ähnlich – hat man eine neue Idee, will man sie umsetzen und ausarbeiten. Ich versuche nur meist, das vorher angefangene fertig zu stellen. Deswegen habe ich eher weniger reale Ufos – bei mir sind das meiste ‚Kopf-Ufos‘ – also nicht abgearbeitete Näh-Todo-Liste quasi. Denn ich weiß genau: lege ich eine Arbeit einmal beiseite, nehme ich sie nur selten wieder auf. Ich bin zu ungeduldig um eine lange/langsame Fertigstellung abzuwarten und so würde ich eher nicht mehrere Sommer hintereinander an einer Sache nähen. Wie gut, dass Du das kannst!

      Ich gebe Dir auch voll Recht mit der Liebe, die man in ein Stück steckt. Irgendwie strahlen diese Dinge mehr aus und werden auch von anderen mehr geliebt. Manchmal entsteht die Hingabe aber auch erst während des Nähens – wie z.B. bei meinem Stoffwechsel-Kostüm. Ich hoffe sehr, dass ich mit ein, zwei Änderungen wieder mehr Begeisterung für mein Ufo aufbringen kann. Es wäre wirklich schade um das Material (das ist für mich einer der Hauptgründe, Sachen fertig zu nähen – der Respekt vor dem Material und der schon darin steckenden Arbeitszeit). Ich denke, ich werde den Schnitt etwas mehr taillieren. Mit Abnähern im Rückenteil und einer leicht geänderten Form der Seitennaht. Auch ein Riegel im Rückenteil könnte ich mir vorstellen. Ich hoffe sehr, dass ich dann erneut zünde, und das Stück fertig nähe und schätze.
      Ansonsten bleibt mir nur, was Du auch schreibst: Tabula Rasa machen und die Jacke abhaken 😉

  2. Die Zeit für die Übergangsjacke kommt bestimmt schneller als Du denkst. Und da bekanntlich die längste Zeit im Jahr so eine Übergangsjacke getragen werden kann, lohnt sich die Arbeit. Hoffentlich findest Du bald die Motivation sie fertig zu nähen. LG

  3. Gutes UFO-Projekt. Finde die Jacke sieht schon recht fertig aus und vorallen Dingen sieht es machbar aus. Wenn Dir taillierung jetzt schon fehlt – könntest Du das doch gleich ändern? Die falsche Paspel gefällt mir gut – die bricht das Grau schön.

    Jetzt ist die erste Woche gleich schon wieder um – bist Du voran gekommen?

    Lieber Gruß, Muriel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.