Wollrock im Fischgrätmuster

Pünktlich zum endlich explodierenden Frühling möchte ich euch noch meinen warmen, wintertauglichen Wollrock im Fischgrätmuster zeigen. Den Wollrock habe ich auf der Annäherung genäht und seitdem viel getragen. Da der Wollrock über die Knie geht, wärmt er im Winter ganz wunderbar. Die Farbe des tollen Stoffes ist nicht ganz einfach zu fotografieren. Es ist am ehesten ein gold-bronzefarbener Ton. Den Stoff habe ich von der lieben Frau Drehumdiebolzen geschenkt bekommen.

Der Rock hat nämlich eine Geschichte. Und die geht so: Vor Jahren sah ich auf pinterest einen sehr schönen Retro-Rock. Knielang, sehr weitschwingend, mit Kellerfalte vorne und einem sehr schmalen Bund oben. Die gesammelte Nähnerd-Fachkraft auf Twitter gab mir einige Schnittvorschläge. Ich entschied mich schließlich für Burda 7185 und nähte den Rock im Rahmen der Stoffwechsel-Aktion aus einem dunkelbraunen Fischgrät von Frau Knopf. Das war im November 2014(!). Kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Die vordere Passe des Rockes habe ich etwas entschäft, sprich flacher gestaltet.

Der Rock gefiel mir so gut, dass ich ihn noch mal in einer schwarz-weißen Variante nähte. Den Rock habe ich sehr, sehr oft im Winter getragen, bis er mir kurz vor Weihnachten in der Waschmaschine kaputt ging. Verfilzt, eingelaufen, nicht zu retten. Ich war den Tränen nahe, aber zum Glück haben wir ja unsere phantastische Community! Frau Drehumdiebolzen zauberte diesen fabelhaften Wollstoff aus ihrem Stofflager. Sie hatte ein Reststück von genau 1,5m Länge und schenkte ihn mir auf der letzten Annäherung 2017.

Auf dem Weg zur Annäherung 2018 hielten wir beim Marc Aurel-Ausverkauf, wo ich mich mit Futter eindeckte. Ein wunderschöner weinroter Futterstoff mit goldenem Paisley-Muster wanderte auch in meinen Korb (ich muss noch mal ein neues Foto machen). Dieser Futterstoff passt perfekt zu dem Wollstoff und so konnte ich beides auf der Annäherung verheiraten zu meinem neuen, heiß geliebten Wollrock im Fischgrätmuster. Das Faszinierende daran ist eigentlich: ich habe alle Protagonistinnen dieser Geschichte über das Bloggen, Twitter und den Me Made Mittwoch kennen gelernt. Den Me Made Mittwoch gibt es mittlerweile leider nur noch ein mal im Monat. Deswegen nutze ich diese Chance am heutigen ersten Mittwoch, den Rock noch beim Me Made Mittwoch zu zeigen, bevor der Frühling endgültig eingezogen ist.

WKSA 17 – Futter für das Weihnachtskleid

Es ist der zweite Advent, sogar das Rheinland versinkt malerisch im Schnee. Wir haben es uns drinnen gemütlich gemacht mit vielen, vielen Kerzen und ruhiger Musik. Gleich werden noch Plätzchen gebacken, aber vorher möchte ich euch noch meinen Stand zum Weihnachtskleid zeigen. Ich bin ein gutes Stückchen weiter gekommen und habe das Futter genäht.

Ganz offenbar ignoriere ich bei diesem WKSA alle guten Ratschläge meiner lieben Leserinnen. Ich habe tatsächlich den anderen Futterstoff gewählt. Der gestreifte war von der Menge her auch sehr knapp. Ich bin trotzdem mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Wenn man von oben schaut, schimmert der Stoff deutlich kräftiger rot. Das konnte ich leider nicht mit der Kamera einfangen, gefällt mir aber sehr gut. Das Schnittmuster von Stoff & Stil habe ich beim letzten Mal nur mit Beleg genäht. Bei diesem Mal wollte ich es gern füttern. Das Futter wird einfach unten an den Beleg angenäht und danach eingepasst.

Ich habe es mal der Püppi angezogen, weil ich es wirklich hübsch konstruiert finde. Ich mag es sehr, wenn Kleidungsstücke auch von innen etwas hermachen. Die einzelnen Futterteile habe ich natürlich auch fein säuberlich abgekettelt. Das habe ich auch noch für den Oberstoff nachgeholt. Jetzt fehlt nur noch der Reißverschluss – den ich noch kaufen muss – und das Einnähen des Futters. Dann müsste noch gesäumt werden und das Kleid wäre fertig.

Ein bisschen Sorge macht mir gerade noch, dass das Kleid auch auf der Puppe unter den Achseln etwas spack sitzt. Da werde ich an der Seitennaht wohl noch etwas rauslassen müssen. Eigentlich kann man das Kleid durch die Prinzessnähte ja super anpassen. Für die enge Stelle am Armausschnitt bringt das leider nicht viel, weil der Beleg dort sehr viel Spielraum für Anpassungen wegnimmt. Aber das bekomme ich schon hingebastelt. Wie weit die anderen Näherinnen beim WKSA 17 mit ihrem Weihnachtskleid gekommen sind, seht ihr auf dem MMM-Blog.

Mit Winterkleid beim Me Made Mittwoch

Endlich habe ich einmal die Zeit gefunden, die letzten fehlenden Nähte an diesem Winterkleid zu machen und so möchte ich es auch gleich beim Me Made Mittwoch zeigen. Das Kleid habe ich im letzten Jahr als Weihnachtskleid angefangen. Ich war schon ziemlich weit, da verließ mich plötzlich mein Näh-Mojo, kleine Fehler schlichen sich ein, so dass irgendwann die Motivation weg war. Eigentlich schade um den schönen, orangefarbenen Wollstoff. So lag das Kleid ein ganzes Jahr als Ufo im Schrank. Zwischendurch hatte ich es mal heraus geholt, ein paar kleine Fehler zu beseitigen, aber um es fertig zu stellen, fehlte mir immer die Motivation.Trägerkleid nähen

Beim Aufräumen des Stoffschranks und Vorbereitungen für den Weihnachtskleid Sew Along 2017 fiel es mir schließlich doch wieder in die Hand. Also nähte ich kurzentschlossen das Futter innen auf der Taillennaht fest. Den Saum habe ich mit der Overlock abgekettelt und dann mit der Nähmaschine einen Blindsaum angebracht. Dann war es eigentlich nach einer halben Stunde schon fertig. Unglaublich, dass ich das so lange vor mir hergeschoben habe. Den Schnitt hatte mir vor einiger Zeit mal Michou gemacht und ich habe das Trägerkleid schon einmal in grau mit kürzerem Rockteil genäht. Der Rock geht in dieser Version nun bis zur Wade, was ich sehr schön warm finde für den Winter und Herbst.

Winterkleid nähen

Leider bin ich mit einigen Details nicht ganz zufrieden und wenn ich einmal Zeit habe, stecke ich da noch ein bisschen Zeit rein. Insgesamt finde ich das Winterkleid ein klein wenig weit, was seltsam ist, weil mir Michou den Schnitt damals nach meinen Maßen gemacht hat. Vielleicht liegt es am Stoff, dass es irgendwie weiter fällt. Ist natürlich sehr bequem im Vergleich zu einem eng anliegenden Oberteil, aber ein klein wenig besser könnte es trotzdem sitzen.

Winterkleid nähen

 

Das Futter zieht in der Seitennaht den Oberstoff etwas nach innen, so dass es ein paar Falten gibt. Das ärgert mich tatsächlich wirklich, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob es jemandem außer mir auffällt. Außerdem klaffen die Taschen auf, was sicher auch daran liegt, dass der Stoff recht dick ist. Ein wenig vergällen mir diese Details es mir das Tragen schon – oder bin ich zu pingelig?

Winterkleid selbst genäht

Ansonsten finde ich den Schnitt für das Trägerkleid nach wie vor wunderschön. Der Aufbau des Vorder- und Rückteils und die Linienführung sind wirklich klasse. Besonders schön finde ich den nach oben breiter werdenden Träger.Trägerkleid nähen

Weitere selbst gemachte Mode passend zur kalten Jahreszeit findet sich, wie immer Mittwochs, auf dem Me Made Mittwoch Blog.

12 Colours of Handmade Fashion – grüner Januar

Vor kurzem bin ich beim Stöbern auf die Aktion 12 Colours of Handmade Fashion von Selmin vom Blog Tweed and Greet gestoßen. Nachdem im letzten Jahr bei 12 Letters of Handmade Fashion monatlich zu vorgegebenen Buchstaben Kleidungsstücke genäht wurden, geht es in diesem Jahr darum, sich jeden Monat mit einer anderen Farbe auseinander zu setzen. Um den Kleiderschrank zu bereichern, im Idealfall. Toll, dachte ich da so bei mir, das ist gar keine schlechte Idee, da machste mit (wenn es die Zeit zulässt, schob ich in Klammern in Gedanken hinterher).

Die Farbe des Monats Januar ist grün. Das ist quasi ein Heimspiel für mich, denn ich habe viel grün, vor allem oliv bis khaki, im Kleiderschrank, seit langem schon. Seien es Pullis, Hosen, Shirts oder Jacken – ein gedecktes Grün habe ich schon sehr oft getragen, fast ein bisschen zu oft. Olivgrün ist so der klassische Biologen-Tarnanzug für’s Freiland, manchmal kommt es einem fast schon wie eine Uniform vor: GPS, Fernglas, Cargohose, Cargojacke. Getreu dem Motto: praktisch immer, modisch nimmer. Einen modisch-grünen Versuch wagte ich im letzten Jahr noch, als ich einen Cordrock mit passendem Oberteil nähte.

Ich mag und trage beide Teile immer noch sehr gern, aber schon damals war mir bei den Fotos aufgefallen, dass die Farbe mich irgendwie matschig im Gesicht macht. Oder wie Michou eleganter ausdrücken würde – die Farbe tut nicht viel für mich. Deswegen wollte ich das von mir so lang strapazierte Olivgrün eigentlich aus meinem Kleiderschrank verbannen – wäre grün nicht die Farbe des Monats Januar gewesen. In anderen Tönen ist mir grün oft zu laut, vor allem hellere Töne wie Grasgrün, Maigrün oder mehr in’s Grünblau gehende Varianten, aber auch das ganz dunkle Tannengrün – irgendwie ist das nichts für mich. Daher blieb für 12 Colours of Handmade Fashion eigentlich nur eine Möglichkeit: Den schönen olivgrünen Strickstoff mit Waffelstruktur aus Verl vernähen, den ich bei einer Annäherung mal ergattert hatte.

Aus dem Stoff wollte ich ganz ursprünglich mal einen weiten Pulli im military style machen, hatte es aber aus oben genannten Gründen auf die lange Bank geschoben. Als bei der Annäherung 2017 aber Frau 700Sachen eine Nina Cardigan von StyleArc nähte, die mich sofort umgeworfen hat, war die Sache relativ schnell klar. Weil sie noch ein wenig freie Zeit hatte und eine unheimlich liebe Person ist, hatte Frau 700Sachen mir den Schnitt auf der Annäherung sogar schon kopiert und so musste ich nur noch zuschneiden und nähen. Dabei habe ich es geschafft, die vorderen Oberteile einmal rechts und links verkehrt, einmal oben und unten verkehrt und dann nochmal irgendwie anders verdreht anzunähen. Klar hatte ich die Ärmel schon drinnen, als ich die jeweiligen Fehler merkte. Irgendwann habe ich nur noch aus bloßer Sturheit weitergenäht. Ich lasse mich doch nicht von einer Cardigan bezwingen, das wäre ja noch schöner! In das Ergebnis habe ich mich dann spontan verliebt, denn ich mag die Taillierung und auch das Gezipfel unten sehr.

Absolutes Lieblingsteil, das ich nicht mehr ausziehe. Ich nähe sie auch unbedingt nochmal (dann hoffentlich beim ersten Mal alle Teile richtig aneinander), vielleicht eher in blau oder petrol. Die Zipfel vorne würde ich dann glaube ich etwas verkleinern. Eine Strickjacke kann man ganz wunderbar kombinieren und beim Ausprobieren fiel mir auf, wie unterschiedlich grün wirkt, wenn man es mit anderen Farben kombiniert. Im Outfit oben mit braun und gelborange wirkt es sehr erdig. Auch in Kombination mit meinen (immernoch nicht ganz fertig gestellten) Weihnachtskleidern in rotorange wirkt es eher erdig.

Wenn ich es dagegen mit blau kombiniere, ist es das genaue Gegenteil: die Farbkombination erinnert eher an meerblaues Wasser. Grün ist für mich kein Solokünstler, grün ist ein Teamplayer – ein sehr guter Nebendarsteller. Das ist meine wichtigste Erkenntnis aus der Auseinandersetzung mit der Farbe in diesem Monat.

Darüber hinaus habe ich etwas sehr Passendes und Grünlastiges gerade auf meiner Häkelnadel: Ein weiteres Dreieckstuch aus Mille Colori von Lang Yarn, das ich bei gemachtmitliebe entdeckt habe. Ich komme mit dem Tuch gut voran, das zweite Knäuel habe ich gerade angefangen. Es ist viel gedecktes und zurückhaltendes Grün im Tuch, es lässt die Kontrastfarben erst richtig Strahlen.

Das Outfit vom letzten Jahr, die schöne neue Strickjacke und das halbfertige Tuch ordne ich für mich ein im Kapitel 12 Colours of Handmade Fashion – die Farbe Grün. Die anderen Beiträge zu dieser Aktion findet ihr bei Selmin.

Strickpulli für Jungs aus Kuschelstoff

In letzter Zeit musste ich mir ordentliches Geschimpfe von meinen Kindern anhören. Ich würde ja ganz hübsche Sachen nähen, auch ganz tolle Kleider, wie z.B. das Waldkleid für Liese. Aber eigentlich nähe ich viel zu wenige Sachen für den Zwerg, Fefi geht viel zu oft leer aus. Das geht so nicht, das muss sich ändern, Mama! Beim letzten Stoffkauf mit den Kindern hatten sich beide einen Stoff ausgesucht, aus diesem Cord wollte ich nun endlich die Räuberhose nähen, die mein Kleiner sich so sehnlichst wünscht. Aber dann kam doch alles anders, denn vom Lieblings-Stoffladen um die Ecke wurde ich gefragt, ob ich nicht einen der schicken neuen Strickstoffe antesten wolle. Was für eine Frage!

Ein Schnittmuster war schnell ausgesucht und bei der Auswahl im Laden fiel mir auch schnell ein sehr schöner Strickstoff ins Auge. Warm, kuschelig, mit einem ganz weichen, lockeren Fall. Den wundervollen Cuarte Frio von Hilco gibt es meliert in verschiedenen Farben, so dass ich freie Wahl hatte. Ich nahm einen knappen Meter in Hellgrau und als Kontrast noch ein bisschen was in Petrol mit.

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Farblich passen die Stoffe alle sehr gut zusammen, aber mit dem Hellgrau kann man tatsächlich alles sehr, sehr gut kombinieren. So gut, dass ich schon überlege, was ich für mich davon nähen könnte. Aber halt. Ich muss ja erst mal die Näh-ToDo für Fefi abarbeiten. Der Schnitt ist Nr. 26 Beagle Boy aus der Ottobre 4/2013. Mir hat daran besonders gut gefallen, dass es kein langweiliger Pullischnitt ist. Die Flicken auf den Ellbogen werden am rechten Ärmel noch mit einer kleinen Tasche ergänzt.

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Das Shirt hat auch eine Kapuze, was der Kleine absolut liebt. Da wir sehr viel draußen sind, auch bei miesem Wetter, stehen bei uns Kleidungsstücke mit kuscheliger Kapuze hoch im Kurs. Gefüttert habe ich die Kapuze in Petrol, auch das Einfassband ist in dieser Farbe. Ich mag den Kontrast der beiden Farben unheimlich gern.

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Vorn laufen die Seiten der Kapuze diagonal übereinander. Eine sehr einfache Lösung, eine Kapuze anzunähen, da man nicht mit Ausschnittarten rumfummel muss, sondern die Kapuze einfach wie einen normalen Halsausschnittstreifen oder ein Bündchen annäht.kapuze2

Es war ehrlich gesagt das erste Mal, dass ich mit richtigem Strickstoff gearbeitet habe. Die hohe Dehnbarkeit macht das Nähen nicht gerade einfach, vor allem weil Strickstoff gern mal „wegflutscht“, getreu dem Motto: Heute hier, morgen dort. Dennoch lief das Nähen alles in allem unproblematisch. Der Stoff hat genügend Griff, dass man ihn gut verarbeiten kann und die Optik macht natürlich einiges her.

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Das findet auch mein Kleiner, so dass er hier nochmal ganz stolz seine Ärmeltasche zeigt. Da kann man sogar ein richtiges (kleines) Geld reinpacken! Als nächstes wäre dann also die Räuberhose dran, bevor ich mich vielleicht doch mal wieder eigenen Projekten widme. Bis dahin gebe ich ab an den Creadienstag, wo heute noch viele andere kreative Blogger ihre Projekte vorstellen.