Stoffmüller-Medley

Es gibt einen Stoffladen in Köln, der mich fast meine ganze Nähkarriere hindurch begleitet hat, weil es dort ein große Auswahl an Stoffen, Kurzwaren und Zubehör gibt. Leider hatte ich nicht immer ein gutes Gefühl, wenn ich den Laden verlassen habe; so auch am letzten Mittwoch. Obwohl ich ein paar schöne Sachen für das Kostüm meiner Tochter gekauft habe, habe ich mich irgendwie geärgert und ich fing an darüber nachzudenken, woran das eigentlich genau liegt. Warum habe ich so oft ein schlechtes Gefühl, wenn ich dort eingekauft habe? Ich habe schon öfter sehr negative Berichte über die „größte Stoffetage Kölns“ (so der Schaufensterspruch am alten Standort am Neumarkt) gehört. Das Personal sei unfreundlich, teils herablassend oder sogar arrogant. Regelmäßig höre ich auch, das Kundinnen praxisfern, unsachgemäß oder regelrecht falsch beraten wurden. Beispiele gefällig?

  • Einer guten Freundin von mir wurde für einen Sportartikel ein vollkommen falscher, dafür sehr teurer Stoff verkauft, der für ihr sehr genau beschriebenes Projekt (sie hatte sogar ein Beispiel dabei!) absolut unbrauchbar war.
  • Als ich mich selbst telefonisch nach einem roten Stoff mit grünen Punkten für ein Erdbeer-Kleid erkundigte, wurde ich abgebügelt, das wäre nicht da. Ich könne ja aber grüne Punkte mit Vlieseline aufbügeln. Mein Einwand, dass das für ein Kinderkleid unpraktisch ist, weil sich die Ränder leicht ablösen und ich das Kleid ja auch mal waschen möchte, wurde abgewürgt mit den Worten: „Das hält bombenfest!“. Als ich ein paar Tage später zufällig doch im Laden vorbei kam, hatten sie eigentlich fast exakt den Stoff den ich suchte – nur war der Farbton eher ein sehr dunkles pink, was man für ein Erdbeer-Kleid aber sicher hätte verkraften können.
  • Mir wurden öfter schon Einlage oder Stoffe verkauft, die für das Schnittmuster (das ich dabei hatte) absolut ungeeignet waren (z.B. viel zu steife Stoffe/Einlagen für eine Bluse bzw. Kleider)
  • Trotz der genauen Angaben in einem Schnittmuster zu einer sportlichen Burda-Bluse, wollte mir eine Verkäuferin einmal keine Jersey-Druckknöpfe verkaufen. Sie meinte, das würde nicht hübsch genug aussehen. Ich ging letztlich mit einem Satz deutlich teurerer, schwarzer Knöpfe nach Hause

Fehlberatungen können natürlich mal vorkommen, aber in einem Laden wie Stoffmüller relativ kostspielig und ärgerlich sein. Ich finde ja, dass man Fehler durchaus verzeihen kann, wenn das Personal freundlich, charmant und reflektiert agiert. Meiner Erfahrung nach ist das bei Stoffmüller eher selten der Fall. Viel öfter habe ich den Eindruck, dass man den Verkäuferinnen ein bisschen auf die Nerven geht. Mit einer guten Freundin wurden wir einmal darauf hingewiesen, nicht so lange die Stoffe anzuschauen, sondern uns zu entscheiden. Weil wir Samstags eine halbe Stunde vor Ladenschluss in den Laden kamen. Unsere Töchter waren zu der Zeit noch sehr klein und so waren wir natürlich denkbar frustriert, dass das Personal uns am einzigen Termin, an dem wir mal etwas Zeit fanden, aus dem Laden komplimentiert hat.

Als ich nun am Mittwoch im Laden war, hatte ich mal wieder ein Erlebnis der dritten Art, das so viele negative Erfahrungen in sich vereinte, dass ich – auch auf Anraten der Twitter-Damen – beschloss, diesen Artikel zu schreiben. Der Laden war nicht sonderlich voll, aber nachdem ich etwas erfolglos nach Stoffen geschaut hatte, wartete ich, bis eine Verkäuferin Zeit hatte. Ich sprach sie an, ob ich sie eben stören dürfe und sie brummte „Natürlich!“, drehte mir aber direkt für ein paar Minuten den Rücken zu, um irgendwas rumzuräumen, was genauso gut ihre Kollegin hätte machen können. Allein diese Anfangssituation, dass eine Kunding fragt, ob sie bedient werden dürfe, das Personal pampig antwortet und sich erst einmal anderweitig beschäftigt, spricht schon Bände.

Das Verkaufsgespräch und die Beratung verlief wie sonst auch meistens. Die Dame hatte keine Lust, sich kurz in mein Projekt (Dornröschenkleid für meine Maus) einzudenken. Auf konkrete Nachfragen nach bestimmten Stoffen in bestimmten Farben, antwortete sie „Nein, das haben wir nicht!“, mit einem Gesichtsausdruck als sei das meine Schuld, weil der Wunsch absolut abwegig ist (Jersey in dunklem Pink). Eine Alternative wurde mir nicht angeboten. Friss oder Stirb – oder eben: Such doch alleine weiter! Bei der Materialberatung für Oberstoff und Unterkleid für das Kostüm, wurde ich gemaßregelt, der ausgewählte Stoff sei Kleidertaft und kein Futtertaft (es ging nur darum, ob Taft an Taft nicht zu sehr reibt, aber offensichtlich hatte ich das falsche Wording), andere leichte Unterrockstoffe wurden mir nicht angeboten, weil das „sowieso immer aneinander reibt“. Den Unterrock wollte ich mit Organza bauschen, aber „Das kriegen sie nicht hin!“ (sic!!!) Diesen Spruch, der mir absolute Nähinkompetenz unterstellt, habe ich (und auch andere) in dem Laden schon viel zu oft gehört. Dabei weiß ich gar nicht, ob ich dabei lachen oder heulen soll, denn die Ironie ist so offensichtlich: Wahrscheinlich bringen sowohl ich als auch die anderen Nähnerds nähtechnisch mehr zuwege, als die komplette Belegschaft zusammen. Nach einigem Hin und Her über Rüschen, Organza, Stoffrosen usw fragte ich noch nach Goldpaspel, was einen erheiternden Dialog zur Folge hatte:

„Was woll’n Sie’n damit?“ – „Naja, ich dachte, wenn ich das Oberteil jetzt doch nicht aus Jersey, sondern aus Webware mache, dann kann ich auch gleich Prinzessnähte machen und die golden paspeln.“ – schockierter Blick über Nähjargon – „Goldene Paspel, das haben wir nicht mehr. Außerdem wird das alles viel zu viel mit den ganzen Stoffrosen und allem. Und Paspeln…was wollen sie damit an den Nähten? Die stecken ja dann noch dazwischen.“ – „Ja. Eben.“

Die Dame mag also keine Paspeln und hat mir folglich auch keine verkauft. Der Einwand, dass das Kleid zu überladen wird, war allerdings sehr berechtigt und auch ein guter Hinweis. Sie schlug vor, ich solle das Kleid erstmal fertig nähen und damit in den Laden kommen, dann könnten man noch mal schauen, ob man Paspeln oder Borten nimmt. Meinen Kommentar, dass man bei einem fertigen Kleid keine Paspeln mehr anbringen kann, es sei denn, man trennt alles wieder auf, habe ich mir verkniffen. Es wurde abgerechnet und da folgte der i-Punkt des Ganzen. Für die Stoffrosen hat sie mir den doppelten Preis berechnet (immerhin 16€ statt 8€). Als ich sie darauf hinwies, folgte nicht etwa so etwas wie eine Entschuldigung, die Beteuerung, das sei ein Versehen gewesen oder das so etwas nicht wieder vorkomme. Nein. Die Dame meinte, sie hätte das natürlich beim Eingeben an der Kasse noch gemerkt, da solle ich mal keine Sorge haben. Alles klar.

Das Fazit für mich ist: Stoffmüller und ich gehen von nun an getrennte Wege. Ich habe dort schon sehr gute Stoffe gekauft, tolle Schnäppchen gemacht und bin auch schon freundlich beraten worden. Leider überwiegen die negativen Erfahrungen und ich habe keine Lust mehr auf das entnervte Augenrollen, auf die Maßregelungen und die Arroganz, falls man mal eine nicht ganz konventionelle Idee hat. Vor allem aber möchte ich mir nicht mehr von irgendeiner Verkäuferin sagen lassen, was ich in der Lage bin zu nähen und was nicht. Es gibt nämlich noch sehr viele andere sehr gute Stoffgeschäfte in Köln, mit freundlichem und auch sehr fachkundigem Personal – eines davon sogar wenige Meter von Stoffmüller entfernt …

CC BY-NC-SA 4.0 Stoffmüller-Medley von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Marja Katz

Biologin aus Köln mit zwei kleinen Kinnings. Liebt ihre Familie, ihre Nähmaschine, ihr Cello.
23 comments
  1. Das klingt so gruselig!

    Es ist schade dass das Produkt halt so ist, dass man es anfassen muss, so dass Menschen glauben, sie müssten nicht anständige Manieren und ein bisschen Kompetenz an den Tag legen, weil das Internet ja keine Konkurrenz sei.

  2. Charming, absolut großartig. Da möchte man ja Tage verbringen. An wen eigentlich möchte sich dieses Geschäft mit seinem Angebot eigentlich richten? Taucht Herr Lagerfeld regelmäßig persönlich auf, hält man immer mal wieder ein Schwätzchen mit Dolce und Gabbana? Da kannst du natürlich nicht mithalten, da musst du auch mal ein klein wenig Verständnis aufbringen …

  3. autsch, was für ein mieser kundenservice. und wenn die dann einem noch ihren geschmack aufzwängen wollen. ich wäre da nicht mehr hingegangen. da fühlt man sich ja schon schlecht, wenn man reingeht :/

    aber ihr habt in köln sicherlich noch ganz viele tolle andere läden mit viel besserer beratung 🙂

  4. Oh, da kommen Erinnerungen hoch… Und es sind meist auch die der dritten Art. Ich bin auch schon mal mit falscher Einlage nach Hause gekommen. Der Laden hat mich lang nicht mehr gesehen, es gibt ja noch andere Läden hier mit freundlichem zuvorkommenden Personal. LG

  5. Liebe Marja,
    Das ist aber kein tolles Erlebnis! Ich kann dich sehr gut nachvollziehen! An deiner Stelle würde ich ich dort auch nicht mehr hingehen! Gott sei Dank habe ich solch eine Erfahrung noch nie gemacht!
    Was ich aber sehr erheiternd finde, ist das auf der Website von Stoffemüller steht, dass das langjährige fachkundige Personal mit Herz bedient und ich mit deinem Beitrag vergleiche, kann da wohl was nicht stimmen 😀
    Liebe Grüße
    Resa

  6. Wollt ihr noch mehr Beispiele?
    Ich hatte das total abwegige Vorhaben, eine Bluse im Januar zu nähen und war auf der Suche nach fliederfarbener Popeline. Bei der Farbe war ich durchaus bereit, kompromisse einzugehen, aber beim Material, nunja, es sollte eine stinknormale Bluse werden, wie ich sie das ganze Jahr über im Büro so trage. Aber im Januar näht man sowas nicht! Nicht bei Stoffmüller. Da bekommt man dann Fahnentuch (!!!) angeboten.
    Und der brav im Buggy sitzende kleine kleine Mensch wird mit Blicken getötet. So ein Kinderwagen stört natürlich auch immens! Was fällt mir eigentlich ein, dass ich es wage, das Kind mitzuschleppen zum Einkaufen? Und dann gibts ja noch die Kurzwaren im Untergeschoss. Fahrstuhl? Fehlanzeige. Also mit dem Buggy die Wendeltreppe runter.
    (In andere Stoffgeschäften gibt es übrigens Spielecken mit Lego oder ne „Sand“kiste, gefüllt mit Knöpfen, damit die Eltern ungestört einkaufen können)
    Drei mal habe ich in den letzten 4 1/2 Jahren bei Stoffmüller was gekauft. Seit Alfatex in der Innenstadt ist, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, dorthin zu gehen.

  7. Falsche Stoffempfehlungen und arrogantes Benehmen habe ich auch schon erleben müssen. Gerade als Nähanfängerin sind das ungute Erfahrungen. Da muss sich der Einzelhandel ehrlich gesagt nicht wundern, wenn die Online-Anbieter Zulauf erhalten. Online habe ich z.B. sehr guten Service und kompetente Empfehlungen erhalten, als ich per E-Mail-Anfrage auf der Suche nach regenfesten, atmungsaktiven Stoffen für mein Regenmantelprojekt war. Das hätte direkt im Geschäft beim persönlichen Gespräch nicht besser laufen können. Schade, dass die Stoffmüllers dieser Welt kein Dienstleistungsdenken und keine Beratungskompetenz (mehr) haben.

  8. Oh je, ein sehr schöner post, dein Ärger ist quasi auf mich rüber gesprungen. Ich war gerade in einem gut sortierten Stoffgeschäft und eine der Damen hat bestimmt 15 min einer Nähanfängerin haarklein erklärt, wie sie bei ihrem Projekt weiterkommt. Dann mit kleiner Hausaufgaben, bis sie wiederkommt:), ich war schwer beeindruckt und dachte mir, so viele Nerven hätte ich nicht…
    Liebe Grüße Michaela

  9. Ich setze in den Laden schon seit Jahren keinen Fuß mehr aus genau diesen Gründen. Am alten Standort bin ich auch schon mal sehr freundlich beraten worden, kommt wohl auch auf die Verkäuferin an. Aber mal ehrlich: alleine schon die Anfangssequenz Deines letzten Einkaufs..Du musst fragen, ob sie Dir helfen kann, sie brummelt ja und beschäftigt sich dann Dich ignorierend mit was anderem??? Da wäre ich schon gegangen. So behandelt man keine Kunden!
    Bei Stoffmüller drängt sich einem geradezu der Eindruck auf, dass mit dem Geschäft kein Gewinn erwirtschaftet werden muss und die Verkäuferinnen Arbeitsverträge auf Lebenszeit geschlossen haben. Ein derartiges Verhalten kann sich kein Unternehmer leisten.

    LG Luzie

  10. Das kenne ich von dem Laden nur zu gut!!
    Ich betreibe seit nun 9 Jahren mein Wundervolles Hobby – Cosplay.
    Ich baue mir also Rüstungen selber (meiust aus Thermoplastischen Kunststoffen) und nähe für viele meiner Outfits.

    Ich kann mich noch gut dran erinnern, als ich für mein Meridakleid den richtigen Stoff gesucht hab (sollte etwas schwerer sein, gut fallen, petrol blau/grün und optimal wäre ein etwas gröberer Stoff gewesen).
    Ich in den Laden, hab es den Verkäuferinnen erklärt und wurde ausgelacht und gefragt, was für Vorstellungen ich denn hätte.
    Dass ich sowas nicht nähen könnte, wurde mir auch an den Kopf geworfen.

    Ich sag´s mal so – ich habe mir den Stoff in einem anderen Laden geholt und mein Kleid genäht.

    Stoffmüller wird mich auch nie mehr als Kundin in ihrem Geschäft sehen

    1. Marja Katz

      Unglaublich! Aber ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man dort nicht angemessen beraten wird. Vor allem nicht, wenn man eine klare Vorstellung zu einem nicht ganz konventionellen Projekt hat. Schön, dass Du Dich nicht hast abhalten lassen und Dein Merida-Kleid trotzdem genäht hast! Ich will gar nicht wissen, wieviele Kundinnen ihr Projekt nach so einer „Spezialbehandlung“ eher frustriert aufgeben, als sich noch einmal umzuschauen…

  11. Wie blöd, solche Erfahrungen machen zu müssen. Gut, wenn du Alternativen hast. Ich kenne den Laden nicht, aber kannst du dir vorstellen, dass das Gespräch mit der Geschäftsführerin/dem Geschäftsführer Abhilfe schaffen könnte? Klingt mir ja ein bisschen nach Fachgeschäft, bloß einem mit schlecht ausgebildetem Personal. Oder täusche ich mich? Und da finde ich es immer schade, wenn die den Bach runter gehen.

    Ich habe mal von einer Untersuchung gelesen, die Japaner in Düsseldorf gemacht haben im Zuge einer Marktanalyse. Dort haben sie festgestellt, dass das Personal in den Kaufhäusern nicht gerade kundenorientiertes Verhalten zeigte. Positive Ausnahmen waren da StudentInnen, die in den Semesterferien „nur“ gejobbt haben. Als das bekannt wurde, gab es jede Menge Nachschulungen…

    1. Marja Katz

      Der Geschäftsführer steht mit im Laden und ist mal mehr mal weniger gut gelaunt. Ich finde es auch sehr schade, da ich eigentlich immer versuche, lokale Geschäfte bestmöglichst zu unterstützen. Aber irgendwann ist auch mal gut, denn wie erwähnt: die Konkurrenz ist nicht weit und hat ein ähnlich gutes Angebot.

      Ich habe auch schon überlegt, ob es ein Problem der Fachgeschäfte ist oder eher ein Generationenproblem. Denn viele junge Verkäuferinnen in kleineren, neuen Läden sind meiner Erfahrung nach sehr zuvorkommend, höflich und haben auch kein Problem damit, eine Wissenslücke mal einzugestehen. Wenn es im Laden tatsächlich etwas nicht gibt, werden freundlich Alternativen genannt – auch wenn man die Kundin damit zur Konkurrenz schickt. So wünscht man sich das eher! Das würde auch zu den von Dir genannten StudentInnen passen. Nachschulungen wären in der Hinsicht auf jeden Fall sehr wünschenswert, sind aber bei großen Kaufhäusern wahrscheinlich eher realistisch als bei kleinen Traditionshäusern.

      1. In dem Fall muss ich sagen: Der Fisch stinkt oft vom Kopf…
        Am meisten stört mich in diesem Laden tatsächlich, wie der Besitzer mit einen Angestellten umspringt. Da ist es kein Wunder, dass dieser Tonfall und der bornierte Umgang als normal betrachtet wird.

        Allerdings hier auch noch mein Einwand: Meine Erfahrungen sind keineswegs durchweg negativ. Ich bin sehr oft dort, habe aber das Glück unter der Woche und mitten am Tag dort vorbeischauen zu können und dabei oft eine kompetente und geduldige Beratung erlebt. Zugegebenermaßen aber auch welche der skurrilen Art… Erstaunlicherweise wurde mir auch noch nie unterstellt, dass ich etwas nicht nähen könne, lediglich darauf hingewiesen, dass ein Material schwierig zu verarbeiten sei, was ich fair und legitim finde. Und es finden sich hier qualitätvolle, „erwachsene“ Stoffe, die man sonst nicht so einfach im lokalen Angebot findet. Im Ausverkauf dann auch bezahlbar.
        Interessant fand ich nun zu erfahren, ob die Kommentare hier jemals einer der Betroffenen liest…

  12. Es fehlen noch negative Äußerungen zu eBooks, der „Schrott“, der angeblich über Dawanda verkauft wird und das „augenverdrehen“, bei dem Wort Blogger. (Das sind die, die nur so tun, als können Sie nähen)…. Wirklich unglaublich und vollkommen an der Zeit vorbei.

  13. Ich kann das nachfühlen… nicht, weil ich Stoffmüller in Köln kenne oder jemals da war, sondern, weil ich dieses auch in anderen Stoffgeschäften schon erlebt habe. Ich habe hier in Mönchengladbach 2 größere Stofflagerverkäufe und bei beiden, gehe ich mit gemischten Gefühlen heraus. Mittlerweile frage ich kaum noch nach deren Meinung, sondern gucke mich einfach nur selbst um und kaufe dann auch nur noch nach meinem eigenen Ermessen (vorausgesetzt, es stehen nicht 10 Kundinnen vor mir und nur eine von 4 o. 5 schneidet zu 😉 ). Es stechen ja ab und zu doch mal ein paar nette, gut beratende Verkäuferinnen hervor, aber beim größten Teil, habe ich eher das Gefühl, es gehört zum Geschäft unfreundlich, herablassend und nicht kundenorintiert zu sein. Ich gehe das trotzdem einkaufen, weil ich mir nicht mein Hobby von denen madig machen werde, ich auch weiter guten Stoff, zu einem angemessenen Preis, zahlen will und ich mich nicht vom Onlinekauf abhängig machen will.
    LG Danschi

  14. Marja Katz

    Vielen Dank für Eure Kommentare!
    Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen schockiert, dass hier nicht nur weitere, unterirdische Erfahrungen mit Stoffmüller erzählt werden. Sondern dass es solche Läden scheinbar in jeder Stadt zu geben scheint. Ich habe jetzt soviel Feedback gehabt à la: „Ja, so einen Laden haben wir auch, hier in Leipzig/Hamburg/Stuttgart/Norderstedt/…“
    Da frage ich mich wirklich, wie sich solche Läden so lange halten können. Denn es gibt sehr viele, junge und erfolgreiche Unternehmerinnen, die Stoffläden oder Onlineshops gründen und auf den Markt kommen. Mit Onlineshops habe ich persönlich auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht, obwohl es da sicher auch das eine oder andere schwarze Schaf gibt. Ich hoffe, dass sich an dieser Stelle Service&Angebot durchsetzen. Das hat man als Kundin ja auch ein bisschen mit in der Hand 🙂

  15. Ich habe das Glück, 5 Stoffläden in erträglicher Entfernung zu haben. Bei einem habe ich kein gutes Gefühl, wenn ich dort kaufe (die Verkäuferinnen sind ältlich und nicht besonders flexibel im Mitdenken), zu dreien gehe ich gern hin, und der vierte ist Stoff und Stil, die im vergangenen Jahr frisch eröffnet haben.
    Dort habe ich die Erfahrung gemacht, dass man besser ganz genau weiß, was man will, denn das Personal ist zwar sehr freundlich aber fachlich nicht ganz auf der Höhe. Als ich das erste Mal dort war, stellte ich die Frage, ob ein Stoff wohl für eine Bluse geeignet sei und erhielt die Antwort: „ich habe bisher nur Taschen genäht. Ich glaube, Kleidung hat von uns bisher noch keine gemacht.“. OK – dann weiß ich das. Ohnehin finde ich die Auswahl dort nicht nach meinem Geschmack und fahre nur dann hin, wenn ich weiß, wonach ich suche.

    Aber ich habe gerade am vergangenen Wochenende eine ganz ähnliche Erfahrung im Wollgeschäft gemacht wie du bei Stoffmüller:
    Am Wochenende war ich mit meiner Freundin auf Sylt. In Westerland betrat ich mit investigativem Mut das Wollgeschäft, in bester Shoppinglaune. Vollgestopft bis an die Decke, alles nach Farbe sortiert aber doch mit einem erkennbaren Schema, saß eine ältere Dame auf dem Sofa im Laden und strickte. „Ich vertrage aber keine Wolle, ich stricke nur Microfaser!“ wurde ich belehrt. Das Modell, an dem sie arbeitete, sah aus wie ein Pullover fürs Krümelmonster und ließ mich schaudernd an die Handtücher denken, die mir meine Schwiegermutter mal zu Weihnachten schenkte… Meine schöne Mütze aus der herrlichen Lana Grossa Olympia Gold wurde von der zweiten, jüngeren, Verkäuferin abgetan damit, dass Lana Grossa Olympia doch das schönere und außerdem erfolgreichere Garn sei. Auf meine Anmerkung, dass ich momentan einen Zopfpullover aus Lace Paillettes in Arbeit habe, bekam ich zu hören, ob ich mir das gut überlegt hätte, bei so dünnem Garn müsse man ja immer noch etwas drunterziehen, da es so durchsichtig sei. Währenddessen klapperten die Nadeln am Krümelmonster-Pullover weiter. Große Kauflaune wollte sich da nicht einstellen – und im Stillen gelobte ich mir, doch lieber öfter in meinen beiden Wollgeschäften vorbeizuschauen und den Weg in Kauf zu nehmen, um diese kompetenten Quellen zu erhalten… Grade, weil man vor Ort das Material eben befühlen kann, denn das ist uns allen ja wichtig, oder?
    LG
    Sandra

  16. Stoffmüller – der Laden der tausend Möglichkeiten!
    Im letzten Jahr liess ich mir dort einen dünnen Polyjersey zuschneiden, und auf die Frage, was ich daraus nähen wollte, antwortete ich wahrheitsgemäß: ein Unterkleid. Daraufhin wurde ich belehrt, dass der Stoff für ein Unterkleid nicht geeignet sei und ich mir ein Unterkleid aus antistatisch ausgerüstetem Futterstoff nähen solle. Ich liess mir sogar noch den Futterstoff zeigen, der eben ein klassischer Futteracetat war. Und ich hab sogar einen Meter davon gekauft, um ihn dann aber in einen Rock einzunähen und mein Unterkleid aus Polyjersey flutscht wie eine 1!

  17. ach da spricht du mir aus dem Herzen, auch als Nordlicht war isch schon im Stoffmüller in Köln,
    Schon öfter wollte ich dorthin bei meinen Besuchen und endlich klappte es mal.
    Voller Vorfreude betrat ich das Geschäft und dachte ich bin wieder in den 60iger Jahren. Wie früher bei uns im kaufhaus, ziemlich altbacken!
    Ohne Kauf konnte ich es gut wieder verlassen , denn ich wurde nicht beachtet und schon garnicht beraten.

    Und mit Arroganz hätte man mir auch fast die Lust am Nähen genommen, wie oft durfte ich trennen in der Schulzeit , dabei soll es doch Freude vermitteln und nicht Frust. Genauigkeit und Perfektion ist es bei einem Handwerk oder einem Beruf richtig, aber doch nicht bei einem Hobby!!

    Das kenne ich in meinem kleinen Stoffladen auf dem Dorf in Ostenfeld in der Stoffeule ganz anders, dort ist der Kunde König/in . Und es wird geplauscht und sehr nett beraten zum patchworken und mehr.
    Es gibt auch so viel Zubehör und sie stellt sich auch gleich auf Neue Stoffe ein, wie jetzt Jersey.
    Und in Kiel habe ich auch gute Erfahrungen in kleinen Läden gemacht, die sind mir viel lieber als der oneline-handel, da kann ich die Stoff nicht anfassen und begreifen, wie sie fallen.

    Und auch meine Enkelin konnte ihren Traum ein bodenlanges Sommerkleid dank guter Beratung verwirklichen, auch wenn es nicht ganz billig war, es ist ihr Modellkleid. Und das geschäft hatte einen guten Umsatz.

    Ich stell mir vor jemand hätte sie runtergemacht und ihre Vorstellungen in Frage gestellt. Da kann man auch jedem die Lust am Nähen nehmen. und wer kauft dann noch Stoffe!!!

    Danke dass du deine Erfahrungen auch veröffentlichst!
    Grüße von Frauke

  18. Liebe Antonia,
    deine Erfahrungen teile ich, auch ich finde das Personal dort eher unfreundlich. Bislang habe ich bei den wenigen Malen, die ich dort war, nie gefunden, was ich gesucht habe. Die Preise finde ich sehr hoch, die Auswahl (vor allem im Untergeschoss) mickrig. Aber eine wirklich tolle Alternative habe ich in Köln auch noch nicht entdeckt. Falls du einen Stoffladen kennst, den du empfehlen kannst, würde ich mich über einen Tipp freuen.
    Liebe Grüße aus Weiden
    Carmen

  19. Marja Katz

    Liebe Carmen,
    vor einiger Zeit hat Miri einen Artikel über Stoffbezugsquellen in Köln geschrieben: https://drehumdiebolzeningenieur.wordpress.com/2014/06/15/stoffbezugsquellen-in-koln/

    In Sülz gibt es noch MyoStoffe und Frau Marzi (vor allem auch für Kurzwaren und Bänder). Außerdem gibt es noch Staghorn am Rathenauplatz, aber da war ich selber noch nicht. Ich hoffe, das hilft Dir etwas weiter…
    Liebe Grüße,
    Antonia

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