Stoffdiät 2017

In meiner Jahresbilanz klang schon ein bisschen durch, was mich auch in diesem Jahr beschäftigen wird: mein Stofflager zu verkleinern (und auch zu ordnen). Wenn ich gefragt werde, wie ich „das alles“ schaffe, antworte ich meistens: „Ich räum einfach nicht auf!“ und das stimmt mindestens so halb. Ein Blick in meinen Stoffschrank bestätigt das ganz gut. Dieses unheimlich schöne und geliebte Möbelstück habe ich mir vor einiger Zeit schon zugelegt. Erklärtes Ziel dabei war: All meine Näh-Schätze sollen in diesen Schrank passen. Die beiden Maschinen am besten auch, und oben im schmalen Schubfach ist sogar noch Platz für Kurzwaren.Um etwas Kontrolle über Stoffverbrauch und Einkauf zu bekommen, führe ich seit 2015 eine Stoffbilanz, in der alles fein vermerkt wird. Auch für dieses Jahr war das wieder geplant, vor allem wollte ich dieses Jahr eine eindeutig negative Stoffbilanz schaffen. Mehr Verbrauch als Eingang, genau das wäre es! Beim Stöbern in der Blogger-Welt stieß ich auf die Aktion Stoffdiät 2017 von Frau Küstensocke. Auch wenn ich das Wort Diät (vor allem im anderen Zusammenhang) ganz scheußlich finde, trifft die Aktion doch genau meinen Nerv und ich habe beschlossen, mitzumachen. Als Freiwillige Selbstkontrolle sozusagen.

Was habe ich?

Im Rahmen der FSK Textile Deeskalation haben schon einige Bloggerinnen ihre Lager, Schätze und Sorgenkinder vorgestellt. Ein Großteil meines Lagers ist im oben gezeigten Stoffschrank. Schwierig finde ich, kleinere Jersey-Reste und Bündchen adäquat zu verarbeiten. Ich finde sie meistens zu schön, um sie wegzuwerfen. Also werden sie aufgerollt in einem Körbchen gelagert – Tendenz steigend.

Etwas leichter finde ich die bunten Baumwollreste, denn aus denen kann man gut noch Täschchen und Quilts machen. Das steht auch dieses Jahr wieder auf dem Programm. Im letzten Jahr konnte ich in dem Quilt für Jona schon einige Schätze unterbringen. Auch Taschen und Hüte für die Kinder habe ich genäht und dafür keinen Zentimeter Stoff gekauft. Für dieses Jahr möchte ich den Kindern einen großen kuscheligen Quilt nähen. Die Rückseite soll aus dem grünen Blümchen-Fleece sein (im Stoffschrank oben Mitte), den ich vom Tauschtisch der Annäherung mitgenommen habe.

Was sind die Sorgenkinder?

Eine weitere große Kiste beherbergt größere Leinen-Drucke und Kostümstoff-Reste. Da muss ich mal rigoros ausmisten, was leider so gar nicht meine Stärke ist. Team krankhafte Stoff-Hamster.

Eine weitere, größere Kiste beherbergt von allem ein bisschen, Hauptsache bunt. Reste aus Baumwolle, Jersey, auch Leder. Teilweise groß genug, um noch anständig große Taschen daraus zu basteln. In der untersten Kiste habe ich letztes Jahr fast die Hälfte „abgenäht“, was man auf dem Bild leider nicht erkennen kann, weil ich den entstehenden Platz genutzt habe, die Kiste mit herumfliegenden Stoffreste-Tüten vollzustopfen. Aber ich war da fleißig, ehrlich! Zusammen genommen, machen die Kisten einiges an Volumen aus, stellt man sie vor den Stoffschrank, in den irgendwann einmal alles passen soll….nunja, da gibt es viel zu tun.

Nicht im Bild ist noch ein Wägelchen, auf dem sich einige Ufos befinden und gespendete Kleidungsstücke mit wertvollem Material, die ich umarbeiten kann, wenn ich mal eine passende Idee habe. Für diese Sachen habe ich bis jetzt noch kaum einen Plan. Für die anderen Sachen habe ich mir für 2017 vorgenommen: abnähen, recyceln, ausmisten! Vieles kann einfach weg, vor allem wenn es seit 10 Jahren unangetastet nur rumliegt. Einiges kann ich vielleicht der Kita zum Basteln spenden. Für einige Stoffe kriege ich vielleicht Input durch die Stoffdiät 2017?

Wie lief es im letzten Jahr?

Insgesamt bin ich mit dem letzten Jahr eigentlich sehr zufrieden. Ich habe sehr gezielt gekaufte Stoffe fast immer direkt verarbeitet. Außerdem bin ich meinem Lager zu Leibe gerückt, was dazu geführt hat, dass ich kaum mehr Futterstoffe habe. Generell finde ich es toll ein so großes Lager zu haben, dass man jederzeit Projekte anfangen kann, ohne erst groß einkaufen zu müssen. Es ist schon sehr bequem, zu den Ideen viele passende Stoffe im Schrank zu haben. Allerdings leben in unserer Wohnung eben 5 Personen, was mit Abstrichen beim Thema Platz verbunden ist. Die Stoffbilanz war im letzten Jahr trotzdem nicht negativ, was vor allem daran lag, dass ich viele tolle Stoffe geschenkt bekommen oder vom Tauschtisch bei der Annäherung mitgenommen habe. Außerdem ist ein ganz unschuldig gedachter Besuch („Aaach, ich kauf nix!“) im Waxprint-Laden in Kalk total eskaliert. Das mit den geschenkten Stoffen hat sich bis in’s neue Jahr gezogen, was eigentlich sehr schön ist. Jetzt ist erst einmal wieder Produktion und Verkleinerung des Lagers angesagt.

Vielen Dank, Frau Küstensocke, dass Du uns mit der Stoffdiät 2017 eine Möglichkeit des Austauschs und der Kontrolle gibst!

CC BY-NC-SA 4.0 Stoffdiät 2017 von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Marja Katz

Biologin aus Köln mit zwei kleinen Kinnings. Liebt ihre Familie, ihre Nähmaschine, ihr Cello.
20 comments
  1. Ja – ich glaube dies ist eine weit verbreitete Krankheit und nachdme ich vergangenes Jahr so kolossal gescheitert bin – dieses Jahr ein weiterer Versuch und hej immerhin am 23.1. noch keinen – nein stimmt nicht 0,5 m Stoff Star Wars für ein Kissen – Geburtstagsgeschenk Patenkind – gekauft. Ich bin gespannt. Ich fürchte, ich habe so einiges und ja mittlerweile ist einiges auch bei der 8-jährigen out…. Einhörner z.B. Schätze, die zu lange gestreichelt wurden und jetzt über sind… Ja – auch ich neige zum Chaos, habe den Luxus eines eigenen Raums, naja auch Gästezimmer – aber immerhin. Mein erklärtes Ziel 2017. Jetzt schaue ich mal zu Küstensocke… Hach – ist doch schön nicht allein zu sein.

    1. Marja Katz

      Ja, es hat schon ein wenig was von Selbsthilfegruppe. Das Gefühl nicht allein zu sein, hach! Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass Stoffe zu lange streicheln in’s Auge gehen kann. Irgendwann hat man sich übersehen am Muster oder am Design, die Farben passen nicht mehr. Und überhaupt, auch die Einhorn-Phase geht vorbei. Ich denke, auch dafür ist die Aktion richtig toll, denn einiges kann sicher gut getauscht werden. Wir sind zum Beispiel gerade TOTAL im Einhorn-Fieber 😉

      1. Und ich kann aktuell vermelden: das Einhorn-Fieber geht nur zwischendurch ein bisschen auf Stand-by und flackert dann umso heftiger wieder auf. Bei meiner 11jährigen sind die gerade total angesagt.

        1. Marja Katz

          Jaaa, das haben wir mit unserer 14jährigen hier auch gerade wieder. Schon verrückt – die Einhörner ziehen sich durch alle Altersgruppen und haben auch bei den Mamas viele Fans 😉

    2. Marja Katz

      Ich hab dafür ein kleines Notizbuch, in das ich auch Ideen schreibe. Ein komplettes Durchzählen und Messen meines Bestandes wäre auch zuviel Arbeit. Dann wäre ich glaube auch frustriert. Aber so kann ich zumindest sagen: neuer Stoff darf erst gekauft werden, wenn die aktuelle Jahresbilanz zumindest ausgeglichen ist 😉

  2. Deine Pläne klingen toll und ich bin schon auf Deine Umsetzung gespannt!
    Jerseyreste habe ich in letzter Zeit zum Füttern verwendet, von Kapuzen o.ä. Auch hatte ich mal ein Kleid aus Romanit, das ich innen mit Jersey gefüttert hatte. Da der Oberstoff blickdicht war, konnte ich innen verschiedenste Reste verarbeiten, wobei das natürlich nur geht, solange sie ungefähr von der gleichen Qualität sind.
    Ein Quilt ist ein toller Stofffresser!
    Alles Liebe,
    Marianne

    1. Marja Katz

      Jerseyreste zum Füttern verwenden ist eine super Idee! Das mache ich auch manchmal…nur hebe ich auch oft noch kleinere Teile auf. Daraus muss ich wohl mal gezielt Applikationen und Unterhosen zuschneiden 😉

  3. Ein Stoff-Hamster! Wie süß!
    Um deinen Stoffschrank beneide ich dich etwas. Schön wenn man so einen festen Platz für seine Stoffe hat!
    Viel Erfolg für deine guten Vorsätze!
    LG Monika

    1. Marja Katz

      Dankeschön! Ich finde so einen eigenen, schönen Platz sehr motivierend, um Ordnung im chaotischen Stoff-Lager zu schaffen. Nur zu empfehlen 🙂

  4. Wie schön, dass Du dabei bist. „Selbsthilfegruppe“ ist doch ein guter Vergleich 😉
    Schöne Stoffschätze hast Du und das Phänomen dass bei den Kinderstoffen dann irgendwann die Zeit bestimmter Motive vorbei ist, kenne ich auch (Piraten, Tiere).
    Wenn ich meinen Zielbstand an SToff erreicht habe, möchte ich mir wieder einige Futterstoffe auf Lager legen. ich finde es extrem entspannend wenn ich für einen neuen Rock/Hose alle Zutaten daheim habe und nicht noch erst Futter einkaufen muss – das fördert bei mir nur Ufos, ich muss im idealfall alles zusammen zuschneiden und dann losnähen. Also, viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner Ziele! LG Kuestensocke

    1. Marja Katz

      Ja, das geht mir ganz genauso! Ich will auch Platz schaffen, um Standard-Stoffe auf Lager legen zu können. Das ist ein ganz anderes Arbeiten, wenn alles vorrätig ist!

  5. „FSK Textile Deeskalation“ im „Team krankhafte Stoff-Hamster“ – da mache ich dann dieses Jahr „heimlich bei Katz/Küstensocke“ mit 😉
    Viele liebe Grüße
    Tily

    1. Marja Katz

      Gute Idee! Vielleicht auch mal wieder bloggen…? 😉

  6. Viel Erfolg bei deinem Vorhaben! Ich habe auch die beiden letzten Jahre schon Stoffbilanz geführt und fand es sehr hilfreich, den Überblick zu behalten und nicht einfach wild einzukaufen, sondern nur für konkrete Projekte.
    Du hast aber viele schöne Stoffe in deinem Fundus…leider weiss ich auch nicht so genau, was man aus Strickstoffresten so nähen kann, ausser natürlich Kinderkleider.

    1. Marja Katz

      Für richtige Kinderkleider sind die Stückchen oft ein bisschen klein. Da muss ich mir echt was überlegen – entweder rigoros wegschmeißen oder eine gute Resteverwertung.
      Die Stoffbilanz hilft mir auch unheimlich – und es macht sehr viel Spaß neue Werte aufzuschreiben, vor allem wenn man etwas fertig gestellt hat 😉

  7. „FSK Textile Deeskalation“ ist super! Und nach Kalk sollten wir so bald nicht noch einmal fahren… Hier haben wir jetzt auch erst mal genügend neue Picknick- und Stranddecken.
    Vielleicht sollte ich auch mal über einen Quilt nachdenken?!
    LG, Bele

    1. Marja Katz

      Der Tag in Kalk war so toll, und die Sonne schien so schön, als wir nach der Shopping-Tour noch einen Kaffee trinken waren.
      Ein Quilt aus Waxprint – wäre das nicht mal was? 🙂

  8. Puh, mit so einer Stoffbilanz müsste ich auch mal anfangen. Das ist eine praktikable Idee. Ich scheue mich vor einer Gesamtinventur, weil ich meine knappe Zeit lieber mit Nähen verbringe, aber ein kurzes vermerken, wenn ich etwas kaufe oder vernähe, würde ja zumindest einen Überblick geben ob mein Stofffundus wächst oder schrumpft. Das würde sicherlich motivieren…
    Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg!

    Liebe Grüße,
    Kathrin

  9. Liebe Marja,

    etwas zu spät. Trotzdem möchte ich mich für deine Inspiration bedanken. Durch dich bin ich erst auf die Stoffdiät aufmerksam geworden. Das ist eine tolle Aktion, da werde ich (wenn auch verspätet) mitmachen.

    Ich bin gespannt, was du beim zweiten Teil berichtest. Auf Fotos sieht so ein Vorrat immer sehr klein aus, aber das täuscht.

    Übrigens mag ich dein grünes Schränklein. Ist das eine alte Schranktapete an den Rückwänden? Ich bin schockverliebt.

    Ganz liebe Grüße und nochmals vielen Dank für deine Inspiration.

    1. Marja Katz

      Ich denke, für einen guten Vorsatz ist es nie zu spät. Ein etwas bedachteres Vorgehen beim Stoffkauf-Verbrauch-Verhalten ist doch immer gut, deswegen ist es toll, dass Du bei dieser schönen Aktion von Frau Küstensocke dabei bist.

      Mein Stoffschrank – ich liebe ihn so!!! Er ist vom Möbelschweden, der Wäscheschrank Hurdal. Ich hab mich auch direkt verliebt, als ich ihn das erste mal sah. Und im Vergleich zu einigen anderen Möbelstücken aus demselben Haus, finde ich ihn nicht nur sehr stabil sondern eben auch schön gestaltet (Schranktapete!).

      Vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar und liebe Grüße,
      Antonia

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