Kostüme für Kinder – Pinguin und Eule

Wie jedes Jahr gab es für die Kinder auch zum Karneval 2019 neue Kostüme, die ich ihnen genäht habe. Dieses Jahr haben sie sich gewünscht, dass ich ihnen einen Pinguin und eine Eule nähe. Irgendwie war ich nicht ganz so Detail verliebt wie im letzten Jahr und habe es mir etwas einfacher gemacht. Die Schnitte sind recht simpel aus normalen Schnittmustern für Oberteile abgeleitet.

Kostüme für Kinder – Eisbär und Pferd

Nachdem die Kostümproduktion mit ein paar Metern Flokati im letzten Jahr ziemlich eskaliert ist, wollte ich es dieses Jahr etwas ruhiger angehen lassen. Die Kostüme für die Kinder wurden natürlich wieder selbst genäht und vorher entsprechend gewünscht: Liese wollte ein Eisbär werden und Fefi ein Pferd. Nichts leichter als das! sagte ich mir, holte „ein bisschen Stoff“ und legte los. Tatsächlich sind die Kostüme in diesem Jahr recht einfach, aber wirkungsvoll.

Beide Kostüme sind einfach aus einem Longsleeve und einer Leggins abgeleitet. Die Oberteile habe ich an den Ärmelsäumen jeweils mit etwas Fell versehen. Der Eisbär hat eine weiße Leggins dazu bekommen. Über die Leggins kommt eine kurze Hose aus weißem Fell. Am Popo ist ein kleines Schwänzchen in der hinteren Naht mitgefasst. Das wackelt auch lustig beim Tanzen und ist Lieses Liebling.

Für die Hände habe ich kleine Eisbärentatzen genäht. Innen sind sie mit hellem Jersey gefüttert, damit sie angenehmer zu tragen sind. Mit schwarzem Jersey sind noch Tatzen appliziert. Leider verschwinden die etwas in dem dichten Fell, aber vielleicht kürze ich das einfach auch noch ein wenig an den Stellen. Mit der Heißklebepistole habe ich noch runde Öhrchen an einen Haarreifen geklebt – und fertig ist das Eisbär-Kostüm.

Bei dem Pferd wusste ich zunächst nicht, wie ich anfangen sollte. Aus braunem Fell habe ich eine weite Leggins genäht und dazu ein Oberteil aus braunem Jersey. Auch hier ist das weiße Fell am Ärmel ein ganz hübsches Detail. Aus braunem Fell habe ich einen Stoffstreifen genäht, bei dem hinten schmale Jerseystreifen in braun und schwarz zwischen gefasst sind. Mit Gummizug versehen kann der Pferdeschwanz so einfach an und aus gezogen werden. Ich wollte den langen Pferdeschwanz nicht direkt an der Hose anbringen, damit der kleine Kerl nicht jedes mal halb nackig dasteht, wenn beim Toben aus Versehen jemand auf den Schwanz tritt.

Da Fefi unbedingt Hufe wollte, habe ich für die Hände und Füße welche aus Moosgummi gebastelt. Die Form habe ich erst frei Hand auf Papier gezeichnet, um zu schauen ob sie gut um die Handgelenke und Beine passt. Dann habe ich sie aus Moosgummi ausgeschnitten, die Ecken gelocht und ein Satinband durchgezogen. Das Band ist in der Mitte innen mit Heißkleber befestigt, damit der Kleine es nicht verliert.

Noch kurz bevor es ernst wurde, fand ich, dass das Pferd unbedingt auch Ohren braucht. Also noch fix ein Stirnband aus dem Jersey genäht und Ohren aus Fell angesetzt. Der absolute Hingucker ist allerdings die Mähne. Für das Styling (Rasieren plus Aufstellen) ist der Papa zuständig. Der ist da tatsächlich gar nicht aus der Übung. Gut für den Jungen.

Das war die Kostüm-Action für die Kinder dieses Jahr. Ziemlich schaumgebremst. Die Kostüme sind robust, recht einfach und schnell zu machen. Und die Kinder sind wirklich sehr glücklich, mit ihren Kostümen. Natürlich gehen sie auch immer wieder gern an unsere Kostüm-Schublade und nehmen sich Kostüme aus den vergangenen Jahren. Vor allem der Regentropfen ist auch bei Besuchs-Kindern sehr beliebt. Es ist toll, wenn die Kostüme auch außerhalb der Saison geliebt und getragen werden.

Kindersachen für den Herbst nähen

Langsam läuft es wieder…herzlichen Dank für die vielen Kommentare auf den letzten Artikel, für den vielen Zuspruch. So langsam finden wir uns wieder. Jetzt habe ich sogar wieder genäht und – oh Wunder – die Sachen direkt fotografiert, so dass ich sie auch bloggen kann. Das Licht war fast schon weg und die Kamera murkste ein bisschen rum, trotzdem kann ich etwas präsentieren, tadaaa! Ich wollte ein paar Kindersachen für den Herbst nähen. Nichts bahnbrechend Neues, aber dafür Bewährtes.Kindersachen für den Herbst nähenDas Shirt für den Zwerg habe ich so ähnlich schon einmal vor knapp einem Jahr genäht. Damals aus grauem Kuschelstrick und mit Kapuze, dieses Mal mit coolem Faultierstoff und türkisen Sternen. Der Schnitt ist Nr. 26 Beagle Boy aus der Ottobre 4/2013. Eigentlich fand Fefi, das Shirt sieht wie ein Schlafanzug aus. Vielleicht liegt das an den Farben? Und überhaupt, können wir jetzt endlich weiter spielen? Für Jungs nähen

Die Ärmel haben Ellenbogen-Patches und Bündchen mit Sternen am Ärmel. Sind insgesamt etwas lang, obwohl die Größe sonst eigentlich gut passt, aber so ist das halt mit Ottobre-Schnitten. Erfahrungsgemäß wachsen die Kinder ja schneller raus als rein, so dass das mit den langen Ärmeln nicht so ein riesiges Problem ist. Für Jungs nähen

Das Shirt für Liese ist vom Schnitt her ein Dauerbrenner bei uns: Autumn Forest (Nr. 11) aus Ottobre 4/2014. Geht immer. Die Raffung im Vorderteil habe ich oft auch schon mit zwei Kellerfalten und darüber gesetzten Knöpfen als nettes Detail genäht. Der Stoff ist „Elfengeflüster“, ein Bio-Interlock, den ich (genau wie den Faultierstoff) vom Stoffmarkt habe. Da es etwas knapp war für zwei Oberteile, habe ich beim Pumuckl Stoffversand noch etwas nachbestellt, denn beide Stoffe sind Eigenproduktionen des Stoffhändlers.Herbstsachen für Kinder nähen

Zwei Oberteile? Genau, ich habe das Elfen-Shirt zwei mal genäht, weil meine kleine Nichte Geburtstag hatte und wie jedes Jahr von mir benäht worden ist. Dazu gab es einen Cordrock in Weinrot. Der 4-Bahnen-Rock schwingt wunderschön und ist oben mit einem passenden Bündchen eingefasst. Der Schnitt für den Rock ist der einfachste und schönste Rockschnitt aller Zeiten, mit nur einem Schnittteil. Der war irgendwann einmal in der Ottobre und ich habe ihn schon sehr, sehr oft in verschiedenen Ausführungen genäht.Herbstsachen für Kinder nähen

Den schönen roten Cord habe ich glaube ich auf der Annäherung geschenkt bekommen. Damit bin ich nun sehr zufrieden – ich habe es geschafft und konnte ein paar Kindersachen für den Herbst nähen. Die Sachen für die Herzensnichte wandern morgen in die Post und die Teile, die bei uns bleiben, werden jetzt schon heiß geliebt.

Zauberer- und Hexenkostüm selber nähen für Karneval

Weiberfastnacht in Köln! Hier geht es heute um 11.11Uhr so richtig los und die Karnevalszeit hat mit dem Straßenkarneval ein großes Finale. Das normale Leben in Köln steht still und macht Platz für den organisierten Wahnsinn aus Kostümen, verlaufender Schminke und sehr, sehr viel Kamelle. Schulen, Kindergärten, Behörden, Ärzte – alle schließen, damit jeder Jeck feiern kann. In den letzten Wochen habe ich gefühlt nicht anderes gemacht als Kostüme vorzubereiten, die Materialschlacht rund um den Flokati habe ich ja schon gezeigt. Für die Karnevalsparty drinnen sollte ich nach Auftrag der Kinder unbedingt noch ein Zauberer- und Hexenkostüm selber nähen. Also habe ich noch mal richtig zugelangt in Sachen Material und das kleine ABC der Stoffzutaten für Kostüme geholt: Glitzer, Pannesamt, Organza (und davon reichlich). Zauberer- und Hexenkostüm selbst genäht

Die Schnittmuster für beide Kostüme habe ich quasi aus einem simplen Langarmshirt abgeleitet. Dazu habe ich irgendein Basic-Shirt aus einer alten Ottobre ausgewählt. Für das Hexenkleid habe ich das Oberteil etwas gekürzt, so dass es ca. auf der Taille endet und der Rock angesetzt werden kann. Damit es nicht ganz so langweilig aussieht, wollte ich vorne eine Schnürung anbringen. Dazu habe ich einen rechteckigen Stoffstreifen aus weinrotem Taft ausgeschnitten, zwei Lagen Organza vom Rock darüber gelegt. Das alles habe ich auf dem vorderen Oberteil mittig platziert und die Ränder unter pinken Samtstreifen versteckt.

Hexenkostüm selber nähen

Aus ganz schmalem Satinband habe ich kleine Ösen gelegt, durch die die Schnürung läuft. Um das Nähen zu vereinfachen, habe ich die Ösen erst sehr lang zugeschnitten und hinter dem Samtband mit leicht klebendem Klebeband einfach festgenäht. So konnte ich an der Innenseite des Samtbandes die erste Naht setzen, ohne dass etwas verrutscht ist. Nach dem Nähen habe ich die Satinbänder dann knapp hinter der Naht abgeschnitten, die Außenseite des Samtbandes genäht, so dass die Enden der Ösen unter dem Samtband verschwinden. Durch die Ösen konnte ich dann das Band für die Schnürung ziehen. Leider hat der Organza diese Behandlung nicht überstanden. Er ist so stark ausgefasert, dass erst Fransen herausschauten und der Stoff sich dann aus der Naht löste. Also beschlossen wir, den Organze zu entfernen – er ließ sich ganz einfach aus der Naht ziehen. Man lernt: Organza ist für exaktes Arbeiten und akkurate Nähte nicht gemacht.

Hexenkostüm selber nähen

Für das Rockteil habe ich 3m Organza (sic!) in horizontale Falten gelegt. Die erste war 40cm breit, die zweite 50cm und die unterste 60cm. Ich habe versucht, die obere Kante mit Differenzialtransport in der Overlock zu kräuseln, aber das hat bei 6 Schichten Organza nicht geklappt. Also habe ich ihn an der Oberkante nur versäubert und auf ein 2cm breites Gummiband genäht. Das erfüllt seinen Zweck, geht mit ordentlichem Reihen aber natürlich noch etwas schöner.

Hexenkostüm selber nähen

Bevor ich die Naht an der kurzen Seite geschlossen habe, habe ich Pailletten in jede der drei Falten gefüllt, dann das Rockteil an das Oberteil des Hexenkleides genäht. Ganz zum Schluß habe ich jede einzelne Falte in regelmäßigen Abständen von Hand etwas nach oben gekräuselt und mit einem Glitzerstein versehen. So können die Pailletten in die einzelnen Bögen fallen und hängen nicht alle an der gleichen Stelle.

Hexenkostüm selber nähen

Die kleine Hexe mag sehr, wie die Pailletten innen durch den Rock tanzen. Den passenden Hexenhut und Zauberstab haben wir vom Kiosk.

Hexenkostüm selber nähen

Das Zauberer-Kostüm habe ich aus demselben Oberteil abgeleitet. Ich habe es etwas verlängert und ausgestellt. Außerdem eine Teilungsnaht frei Hand eingefügt, weil ich in der vorderen Mitte ein wenig Glitzerstoff unterbringen wollte. Das Vorderteil habe ich etwas geschlitzt und mit einem Beleg versehen. Da ist mir noch ein toller Fehler passiert, denn beim Einnähen der Ärmel ist der Beleg irgendwie an das Rückenteil getanzt, so dass ich mit dem Beleg auf einer Seite versehentlich das Armloch zugenäht habe. Ganz großes Kino beim ersten Anprobieren. Mein Sohn hat einen hervorragenden, augenverdrehenden „Mensch-Mama!“-Blick in petto. Aber der Fehler ließ sich schnell korrigieren und als i-Tüpfelchen habe ich noch einen kleinen Kragen gebastelt. Der tanzt zwar immer etwas aus der Reihe, wenn das Kostüm angezogen ist, aber mein Nähnerd-Herz erfreut er sehr.Zaubererkostüm selber nähen

Zu dem Kostüm gab es noch eine kleine Hose aus Pannesamt und einen Umhang aus Glitzerstoff sollte der Zauberer auch noch bekommen. Erst wollte ich den Umhang aus einem halben Teller machen, aber dafür hat der Stoff nicht gereicht. Also habe ich den Umhang gemäß der Stoffmenge etwas angepasst und mit Maßband und Kreide direkt auf den Stoff gemalt. Die Ränder versäubert und einmal umgenäht, oben ein einfacher Tunnelzug – das ging wirklich schnell.

Zaubererkostüm selber nähen - Umhang

In voller Montur sieht das selbsgemachte Zauberer-Kostüm dann so aus…

Zaubererkostüm selber nähen

Und der Umhang schwingt herrlich beim Laufen.

Zaubererkostüm selber nähen

So war hier heute früh schon ganz schön viel Action mit verkleiden, schminken und fotografieren. Das Licht hat leider nicht immer gereicht. Aber ich wollte die Fotos unbedingt im Kasten haben, bevor die Kinder von ihrer Feier in Kita und Schule heimkommen. Dann sind die Kostüme erfahrungsgemäß schon ganz gut runtergerockt.

Zauberer- und Hexenkostüm selber nähen

Wie ihr seht, kann man recht einfach ein Zauberer- und Hexenkostüm selber nähen, wenn man etwas Zeit und ein paar Ideen hat. Jetzt muss ich schnell noch ein bisschen Budenschwung machen und schmücken. Denn heute Nachmittag reißen hier 10 Kinder die Hütte ab bei unserer Kinder-Karnevalsfeier.

(Ich selbst habe übrigens kein neues Kostüm, dafür hat die Zeit und Kraft nicht gereicht. Ich nehme wieder meine altbewährte lila Kuh von vor ein paar Jahren).