Frühlingskleid Sew Along – Teil 3

Mit einem Tag Verspätung und leicht frustriert melde ich mich zum Frühlingskleid(ungs) Sew Along, dessen Teilnehmerinnen sich diese Woche bei Dana treffen. Es ist nicht mal das Problem, dass ich nicht voran gekommen bin. Es ist eher das Problem, dass ich mit dem Ergebnis nicht sehr zufrieden bin.

Aber von vorn: Bevor ich mich an das Kleid gesetzt habe, wollte ich die ersten Nähte meiner Jacke nähen. In der letzten Woche hatte ich schon alles zugeschnitten und ich hätte jederzeit loslegen können, aber ich bin nicht so recht zum Nähen gekommen. Generalprobe und Konzert der Musikschule haben mir immerhin 2 Abende „geraubt“. Ich bedauere das nicht, denn die Abende waren sehr schön. Letztlich konnte ich eigentlich erst Freitag so richtig loslegen und habe die Teile meiner Frühlingsjacke zusammengenäht. jackeNach einigem Gehuddel ist auch der erste Ärmel drin – ich werde ihn aber evtl noch einmal verbessern. Weil die Farbe des Futters so gut passt, habe ich ein paar falsche Paspeln angebracht. jacke2

Am Wochenende habe ich mich dann an das Frühlingskleid gewagt. Leider hat sich der Traumstoff als absoluter Albtraumstoff herausgestellt. Sobald man den eine Sekunde aus den Augen lässt, knittert er, verzieht sich oder schlägt Wellen. Das Zuschneiden und Markieren war schon nicht so einfach – aber da kann man ein Wegflutschen ja recht gut umgehen, wenn man einen rauheren Stoff unterlegt. Die Falten im Vorderteil habe ich sehr, sehr oft neu gelegt, glatt gebügelt und noch einmal neu gelegt. Ich würde schätzen, ich habe mind. 4 Stunden in die Falten investiert. fruehlinsgkleid

Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden? Nein. Es ist nahezu unmöglich, in diesen Stoff eine wirklich gerade Falte zu bügeln. Und selbst wenn es einigermaßen gerade aussieht, dann verrutscht und verflutscht alles beim Nähen.

Und überhaupt.

Welcher Sadist zur Hölle verfluch misch nochmal denkt sich 2,5mm breite Biesen aus??

Weiterer Frustfakor: Der Stoff hat Färbefehler – so würde ich es zumindest nennen. Linke und Rechte Seite sind nicht sehr leicht zu unterscheiden, aber selbst wenn man alles korrekt bereit legt – dann stellt man nach dem Zusammennähen fest, dass das Rückenteil deutlich heller ist, als die Seitenteile. Und diese haben wieder einen anderen Farbton als die Vorderteile. Zumindest wenn man genau hinschaut. Außerdem ist der Druck an einigen Stellen verwaschen, unscharf oder ausgefranst:fruehlinsgkleid2

Arg! Vielleicht seh‘ ich das zu eng – aber so etwas ärgert mich, denn ganz soooo billig war der Stoff nun auch wieder nicht. Was also tun? Als nächstes werde ich den Tellerrock zuschneiden. Da ich etwas Stoff zuviel habe, werde ich mir gezielt schöne Stellen für den Zuschnitt aussuchen. Die schon genähten, nicht ganz so schönen Teile werde ich als Futter verwenden.

CC BY-NC-SA 4.0 Frühlingskleid Sew Along – Teil 3 von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Marja Katz

Biologin aus Köln mit zwei kleinen Kinnings. Liebt ihre Familie, ihre Nähmaschine, ihr Cello.
10 comments
  1. Au Weiha! Welch ein Ärger! Ich hätte vermutlich schon alles in die Ecke geschmissen. Ich wünsche Dir viel Durchhaltevermögen und gutes Gelingen!
    Darf ich fragen was du den Meter bezahlt hast?

  2. Oh, das gibt’s doch gar nicht, wie fies! Ich hab auch schon ähnliche Erfahrungen mit nicht ganz günstigem Stoff gemacht und finde so etwas mehr als ärgerlich! Ich drück dir die Daumen, dass du die Schnittteile für den Rock so legen kannst, dass du nur die schönen Stellen triffst.
    Schöne Grüße, Christiane

  3. Wo hast Du den Stoff denn gekauft? Ich würde da wenn möglich nochmal hingehen/hinschreiben und sie auf den Färbefehler aufmerksam machen. Schade, dass er auch sonst so schwierig ist.
    LG Andrea

  4. Marja Katz

    Danke für eure Kommentare. Der Stoff ist von alfatex und hat was zwischen 7 und 10€/m gekostet, meine ich. Nicht superteuer – aber ich hatte auch schon Stoffe vom Markt für den halben Preis und viel, viel besserer Qualität.

    Für die Biesen habe ich noch eine allerletzte Idee – wenn ich Zeit und Motivation habe, werde ich das noch versuchen… 🙂

  5. Das mit dem Stoffdruck ist wirklich ärgerlich!
    Für das Bügen von scharfen Falten in schwierigen Stoffen habe ich folgenden Trick gelernt: Man nehme ein Streifen fester, aufbügelbarer Einlage und bügele sie entlang der Falten- oder Biesenkante auf. Dann umklappen und die Kante umbügeln. Gut auskühlen lassen. Streifen entfernen. Biese steppen. Nächste Biese. Man kann den Streifen mehrfach verwenden, sollte sich aber einen neuen gönnen, wenn die Klebebeschichtung zu gering wird oder die Kante beginnt, sich zu verziehen.
    Was man dabei beachten sollte: Manche Stoffe sind zu empfindlich für die Klebeeinlagen, also vorher besser austesten. Manche Klebeeinlagen sind sehr stark beschichtet und man würde an einem feinen Stoff beim ersten Abziehen des Streifens zu sehr Herumzerren. Solche Einlagen bügelt man beim ersten Mal auf einen Baumwollnessel o.ä. und geht erst beim zweiten Einsatz an den Originalstoff.

    Vielleicht klappt es damit. Optisch ist der Stoff nämlich nach wie vor perfekt für ein Frühlingskleid!

    1. Marja Katz

      Das ist ja ein toller Tip! Vielen, vielen Dank! Jetzt bin ich fast wirklich noch einmal motiviert, das zu versuchen! Ein Problem bleibt allerdings: Der Stoff verrutsch und wellt sehr schnell, sobald das Bügeleisen außer Sicht ist. Auch wenn die Kante mit Hilfe der Einlage gerade wird, verschiebt sich der Stoff wahrscheinlich beim Nähen oder Abziehen des Streifens. Ist jetzt meine Befürchtung – genau weiß ich es natürlich nicht.

      Meine Idee war, es mit Sprühstärke zu versuchen. Das versteift den Stoff ja enorm und ich habe die Hoffnung, dass er sich dann besser falten und nähen lässt. Evtl würde ich es noch mit Heftstichen gegen verrutschen sichern. Ich kann ja dann berichten, ob es funktioniert hat 🙂

      1. Manchmal bleibt ein wenig Klebstoff am Oberstoff hängen, was den Prozess dann natürlich vereinfacht… Falls das nicht hinhaut, würde ich es mit Heften versuchen. Damit habe ich allerdings auch mehr Erfahrung als mit Sprühstärke. Stoff und Schnitt passen aber so nett zusammen, dass ich den Kampf noch mal aufnehmen würde an deiner Stelle.

        @dreikah
        Sehr nett? Echt? Ich harmloses Wesen wäre gestern in „meiner“ Filiale verbal fast gelyncht worden. Vielleicht sollte ich es doch mal in Kalk versuchen.

        1. Marja Katz

          Ich werde den Kampf noch einmal aufnehmen. Habe vorgestern ganz leichten Batist für den Unterrock und 4m Spitze gekauft. Ich werde dieses Kleid fertig stellen – egal wie! 😉

          Ich habe bei alfatex auch eher negative Erfahrungen gemacht, was die Höflichkeit angeht… 🙁

  6. Ach du Arme. Der Stoff ist echt schön aber wie er zu nähen ist, stellt sich ja immer erst unter der Nähmaschine raus. Das mit der unterschiedlichen Färbung sieht man auf dem Bild kaum. Vielleicht fällt es ja später beim Tragen auch weniger auf. Oder du fragst mal bei Alfatex nach und zeigst ihn. Hatte so ein Problem mal mit Stoff von Stoff und Stil und habe das Geld zurückbekommen. Die sind bei Alfatex ja eigentlich sehr nett.
    Und mit Biesen kann ich mich nicht aus, aber du hast ja echt schon gute Tips bekommen. Halte durch 🙂
    LG karin

  7. Jaaa, unbedingt durchhalten, dieses Kleid wird ein Traum..Spitze und Batist für den Unterrock, ich bin gespannt.
    Ich hoffe, dass der super Tip von Bele klappt und der Tellerrock deutlich eindfacher zu nähen sein wird.
    Ärgerlich finde ich auch dass der Stoff unterschiedlich gefärbt ist. Und ich würde auch zu Alfatex gehen. Ich gehe meistens nach Kalk und ich finde die immer sehr nett. Aber sie kennen mich inzwischen auch, ich schleiche da ständig rum.

    Bis hoffentlich bald Gr Susi

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