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Es war mitten im Winter, Anfang dieses Jahres, als Michou ihre Pläne für ein Trägerkleid präsentierte. Ein Kleid für den Winter sollte es werden, der flauschige Wollstoff lag schon parat und mit den Worten „Ich will diese Linie des Jahres 1940, ich will einen eher schmalen Aus­schnitt und ich will, dass das Oberteil stark kon­tu­riert ist.“ begann die Konstruktion ihres Trägerkleides. Nach Schnittkonstruktion und nähen präsentierte Michou eine Woche später das fertige Kleid und ich war direkt verliebt. Natürlich hielt ich mich mit meiner Begeisterung nicht zurück (Impulskontrolle ist ja eh nicht so meine Stärke), so dass Michou mir anbot, den Schnitt nach meinen Maßen für mich anzupassen.

Graues Vintage-Trägerkleid mit TellerrockDa ich familiär, arbeitstechnisch und immunsystemmäßig ziemlich gefordert war, konnte ich leider nicht persönlich bei ihr vorbeischneien. Also schickte ich ihr das Schnittmuster meines Weihnachtskleides, das mir sehr gut passt und anhand des Papierschnittes bastelte sie mir das Oberteil zu diesem Kleid – innerhalb kürzester Zeit! Sie hatte es sogar rechtzeitig zur Annäherung fertig, aber mir fehlte leider der passende Stoff (jaja, lacht nur!). In Verl konnte ich aber in Sachen Winterstoffe noch mal richtig zuschlagen und suchte gezielt nach einem schönen, einfarbigen Stoff für das Trägerkleid.Trägerkleid in der RückenansichtZur Probe übertrug ich den Schnitt auf das Vliespapier, das es von Burda gibt. Das kann man gut einmal zusammenheften und anprobieren. Auch wenn es etwas steif ist, bekommt man so eine ganz gute Vorstellung, ob ein Schnitt passt oder ob es Probleme gibt und es ist deutlich weniger Schmerzhaft als Probestoff, den man im Zweifelsfall wegwerfen muss. Bei dem Vliespapier hatte ich den Eindruck, der Schnitt ist ein bisschen eng und habe an der Seitennaht und in der hinteren Mitte vorsichtshalber einige cm hinzugefügt. Als ich das Oberteil beim Nähkränzchen zusammen genäht hatte, war recht schnell klar, dass ich die Zugabe hinten wieder rausmuss. Nachdem das Kleid jetzt fertig ist, weiß ich, dass auch die Zugabe an den Seitennähten nicht hätte sein müssen. Aber ich will ja auch etwas drunter ziehen können und es ist bequemer, wenn es nicht zu eng auf Taille sitzt. Der von Michou „blind“ angepasste Schnitt passt mir also perfekt und mit einer geringen Verkleinerung des Ausschnittes ist das Kleid auch sehr gut als Sommerkleid geeignet. Ich ziehe den Hut vor diesen Konstruktionskünsten!Rechteckiger Ausschnitt bei TrägerkleidDie rechteckige Form des Ausschnittes hat mich von Anfang an begeistert – zusammen mit der leicht gebogenen Linie der Träger ergibt sich ein tolles Bild. Den dunkelgrauen Wollmix aus dem Marc Aurel Outlet habe ich mit weinrotem Futter (ebenfalls von dort) gefüttert. Am Ausschnitt rutscht das Futter leider oft ein bisschen raus, so dass ich es vermutlich noch mit einer Hand-Ziernaht von innen auf der Nahtzugabe festnähen werde. Ich muss sagen, dass mir selten das Einsetzen von Futter so ordentlich gelungen ist wie bei diesem Kleid. Der Reißverschluss passt haargenau…Eingenähtes Futter am ReißverschlussBeim Abpusten des Saumes hat mir Frau Drehumdiebolzeningenieur geholfen. Das Füttern des halben Tellerrockes war nicht ganz einfach, habe ich aber doch recht gut hinbekommen. Am Saum habe ich das Futter etwas über den Oberstoff hinausgeschoben und dann von links festgenäht. Beim Wenden und Bügeln zieht es so den Oberstoff nach innen, so dass es eine saubere Kante gibt. Beim nächsten mal würde ich den Saum noch etwas verstärken.

Futter am SaumDas ist es also – mein Trägerkleid! Ich liebe es total! Es ist bequem und richtig schick, so dass ich es letzte Woche direkt auf der Messe ausgeführt habe. Nicht dass ihr euch wundert, dass ich plötzlich in weißer Bluse hier stehe – aber dieses Outfit wollte ich so sehr gern einmal zeigen. Damit reihe ich mich ein bei den Damen, die beim Me Made Mittwoch heute ihre selbstgenähte Alltagskleidung präsentieren.

CC BY-NC-SA 4.0 Mein Trägerkleid – das letzte Winterkleid für diese Saison von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.