Tags

, , ,

Nachdem es hier die letzten Tage ganz schön Gewitter und Regen gegeben hat, komme ich so richtig in Herbstlaune. Bessere Vorraussetzungen gibt es gar nicht für ein sonntägliches Sew-Along-Treffen mit Tee, Keksen und bunten Stoffen. Unser Thema heute ist:

Schnipp & Schnapp, Roll & Ratsch: der Zuschneidemarathon. Mit Schneidematte und Rollschneider geht alles ganz fix – Ich bin tapfer und schneide mit der Schere – Hilfe! Mir fehlen noch Stoff&Muster! – Ich bin schon etwas weiter und habe schon genäht.

Einige von euch haben ja schon zugeschnitten und ihre fertigen Stücke gezeigt. Ich habe diese Woche zugeschnitten und konnte vorher ganz schwer einschätzen, wie lange das Zuschneiden wohl dauern wird. Letztendlich waren die Quadrate in insgesamt ca. 4 Stunden erledigt, dank Schneidematte, großem Lineal und Rollschneider.

patchwork_zuschneiden

Ich habe die einzelnen Stoffe (11 verschiedene an der Zahl) in 22.5cm breite Streifen geschnitten und diese dann zu Quadraten zerteilt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Umrechnung von inch in cm in meinem Buch nicht ganz korrekt ist, sondern dass aufgerundet wurde. Da das letztendlich zu Unstimmigkeiten führen kann, habe ich mich nur noch an den inch-Angaben orientiert und war sehr froh, dass auf meiner Schneidematte beide Maßeinheiten angezeichnet sind. Wenn man den Bogen ein mal raus hat, geht es dann relativ fix und so hatte ich bald meine knapp 200 Quadrate zugeschnitten.patchwork_zuschneiden2Danach habe ich die weißen Blöcke für die Applikationen zugeschnitten und mich erneut geärgert: Im Buch stand für die Blöcke ein Stoffbedarf von je 50x50cm – zugeschnitten wurden dann letztendlich aber auf 42x42cm. Das ist ja schon ein kleiner Unterschied beim Stoffkauf – je nachdem wie breit der Stoff liegt muss man noch einen halben Meter mehr nehmen. Oder eben nicht. Ich habe jetzt von dem weißen Stoff noch einiges übrig. Das ist nicht ganz so schlimm, aber solche Fehler finde ich in Büchern eher ärgerlich. Für die Blöcke habe ich aus zwei Stoffen auch schon Motive für die Applikationen ausgeschnitten – einmal die Vögelchen mit ihren Zweigen und einmal die Kullern für die Pusteblumen. Diese Motive finde ich so schön, dass ich sie eigentlich am liebsten doppelt für die Verschönerung der Blöcke nehmen würde. Außerdem muss ich etwas umdisponieren, denn die anderen geplanten Motive für die Blöcke (Herzen und Blumenstrauß) erscheinen mir nun etwas zu klobig im Vergleich mit den „ätherischen“ Vogel- und Pusteblumenmotiven.

patchwork_zuschneiden3Um eine Vorstellung von dem Quilt zu bekommen, habe ich die Blöcke und die Quadrate einmal ausgelegt. Zuerst habe ich die Blöcke platziert und ringsherum angefangen, die verschiedenen Stoffe anzuordnen. Ich persönlich mag Quilts am liebsten, die bunt durcheinander gewürfelt aber trotzdem sehr harmonisch arrangiert sind. Dagegen mag ich sehr geometrische und sture Wiederholungen bestimmter Muster oder Reihenfolgen weniger. Also habe ich mich an den Regeln der Farbkomposition orientiert, die ich noch aus meinen Malerei-Kursen grob im Kopf hatte: Farben möglichst in Dreiecken anordnen, damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Das ist bei so vielen Stoffen und so verschiedenen Farben natürlich eine Herausforderung. Ich habe zunächst einige dunkle Töne gelegt und dann komplett die roten Stoffe angeordnet, da die in meinem Farbspektrum eindeutig eine herrausstechen. Als ich die roten Quadrate komplett verteilt hatte, habe ich nach und nach die anderen Farben ergänzt und dabei nicht nur versucht, die Dreiecks-Regel einzuhalten, sondern auch auf Helligkeitswerte zu achten. Wenn viele große Kontraste direkt nebeneinander stehen, wirkt das Muster leicht durchbrochen, unregelmäßig und chaotisch. Das kann natürlich auch ein gezielt provozierter Effekt sein, aber ich habe für den Quilt versucht, immer wieder größere Flecken zu schaffen, die heller oder dunkler sind, die ineinander übergehen, so dass das Auge wandern kann. Man kann die Wirkung von Farben auch gezielt hervorheben, indem man direkt daneben die gleiche Farbe in einer anderen Abstufung platziert. So wirken die dunkelroten Quadrate meiner Meinung nach am besten, wenn sie neben Orange platziert sind. Bei dieser Vorgehensweise, landen bestimmte Stoffe natürlich immer wieder nebeneinander, weil sie farblich oder von der Helligkeit her besonders gut zueinander passen. Im Idealfall ergibt sich am Ende ein (hoffentlich) harmonisches, geschlossenes Bild aus verschiedenen Farben, Mustern und Helligkeitswerten, die nicht zerbrochen wirken, sondern dem Blick die Chance geben, ungestört über den Quilt zu schweifen.

patchwork_planungIch muss zugeben, dass ich mit dem Arrangement sehr zufrieden bin und die Quadrate wahrscheinlich so wie auf dem Bild zusammennähen werde. Ich bin selber überrascht, dass mich die erste Variante direkt überzeugt, aber ich finde es so schon ziemlich umwerfend – was meint ihr? In die weißen Blöcke habe ich einmal die geplanten Applikationen ausgelegt. Da die Farben und Motive so dezent sind, werde ich wohl kein rot-buntes Herz applizieren und keinen verspielt designten Blumenstrauß – auch wenn die Farben perfekt die Quiltfarben wiedergeben. Im Moment schweben mir je zwei Blöcke mit Pusteblumen und Vögelchen vor – bleiben zwei freie. Hat jemand eine Idee? Farblich würde ich am liebsten bei grün/blau bleiben.

Und jetzt kommt ihr: Habt ihr fertig zugeschnitten? Habt ihr eure Stoffe einmal ausgelegt, um das Muster genauer zu planen? Ich will alle Details!


CC BY-NC-SA 4.0 Herbstquilt Sew Along 3 – das Zuschneiden von Marja Katz ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.